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CDU vor AfD in Sachsen : „Wir haben es geschafft“

Erleichterung: Michael Kretschmer mit seiner Partnerin Annett Hofmann nach den ersten Hochrechnungen Bild: AFP

Zwei selbstgesteckte Ziele hat die AfD in Sachsen deutlich verfehlt: Weder hat sie mehr als 30 Prozent erreicht, noch ist sie stärkste Kraft geworden. Die stärkste Kraft ist weiter die CDU und das hat sie vor allem Michael Kretschmer zu verdanken.

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          Vergleicht man das Ergebnis mit der Wahl vor fünf Jahren, war es eine Niederlage – sieben Prozentpunkte weniger als damals, ein klarer Verlust. So sieht das an diesem Abend niemand so auf der Dachterrasse des Dresdner Landtags, wo sich die sächsische CDU versammelt hat. Als um 18 Uhr die ersten Prognosen über den Ticker laufen, zeigt sich in den Reihen der Parteimitglieder vor allem Erleichterung: Es gibt Freudenschreie und in die Höhe gereckte Arme. Die Partei kommt auf rund 33 Prozent der Stimmen, das sind gut fünf Punkte mehr als die AfD, die bei rund 28 Prozent landet. So wird klar, warum das für die CDU kein Tag der Trauer ist, sondern das glatte Gegenteil: Im Wahlkampf waren die beiden Parteien noch vor wenigen Wochen gleichauf gewesen, die CDU bangte um ihre Führungsrolle – und jetzt dieses Ergebnis, dieser deutliche Abstand zur AfD.

          Kim Björn Becker

          Redakteur in der Politik.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Als Ministerpräsident Michael Kretschmer auf die Bühne tritt, wird er von seinen Anhängern stürmisch begrüßt. Seine Botschaft lautet: „Wir haben es geschafft.“ Das Ergebnis sei ein Zeichen. „Das freundliche Sachsen hat gewonnen“, sagt Kretschmer. Mit diesem Ergebnis lasse sich eine stabile Regierung bilden. Kretschmer, der seinen Wahlkampf auf den Dialog mit allen Sachsen ausgerichtet hat, kündigt an, sich weiter um jene zu bemühen, die er bislang nicht erreicht habe und die ihr Kreuz bei der AfD gemacht hatten: „Wir wollen miteinander reden, nicht übereinander.“

          Als sich die Hochrechnungen im Lauf des Abends verfestigen, bleibt die Stimmung bei der CDU gelöst. Es mischen sich aber auch Sorgen darunter. Die rettenden Wählerstimmen, mit denen man lange nicht gerechnet hatte, seien von der SPD und den Grünen gekommen, sagt Werner Patzelt. Der Dresdner Politikwissenschaftler hat das Wahlprogramm der CDU mit verfasst. Er sagt: „Das Ziel, der AfD Wähler abzuwerben, ist nicht erreicht worden.“ Vor dieser Aufgabe steht die sächsische CDU nach wie vor.

          Ein paar Räume weiter kommt der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen zu einer ganz ähnlichen Analyse. „Das, was die CDU gewonnen hat, hat sie nicht von uns geholt, sondern bei SPD und Grünen, und das freut mich ganz besonders.“ Schon als um 18 Uhr bei der AfD die ersten Ergebnisse hereinkommen, brandet zwei Mal ordentlich Applaus auf. Das erste Mal, als im Fernsehen der rote Balken für die SPD bei acht Prozent stehen bleibt – im Laufe des Abends wird er sogar noch fallen. Noch lauter wird es, als der blaue Balken der eigenen Partei bis auf 27,5 Prozent klettert – der Wert steigt später sogar noch auf fast 28 Prozent. Das sind etwa 18 Punkte mehr als 2014, so stark war die AfD noch nie in einem Parlament vertreten.

          „Die CDU-Hochburg ins Wanken gebracht“

          Die Freude hält allerdings nur kurz an. Zwei selbstgesteckte Ziele hat die Partei trotz allem deutlich verfehlt: Weder hat sie mehr als 30 Prozent erreicht, noch ist sie stärkste Kraft geworden. Da ist es nicht ohne Ironie, dass die AfD ihre Wahlparty im größten Raum des Landtags veranstaltet, dem Sitzungssaal der CDU-Fraktion. Dieser wird der CDU wohl auch künftig zur Verfügung stehen. Zwar hatte die AfD mit dem Ergebnis angesichts der jüngsten Umfragen vor dem Wahltag bereits gerechnet, den Triumph des starken Zugewinns will sie am Sonntag gleichwohl auskosten.

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