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Landtagswahl in Sachsen : Zuhause im Voigtland

Bild: Matthias Lüdecke

In Sachsen hat die AfD die Vorherrschaft der CDU längst gebrochen. Aber Sören Voigt behauptet sich gegen die Rechtspopulisten. Er versucht den Wählern immer wieder zu erklären, wie gut es ihnen eigentlich geht.

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          Sören Voigt, sächsischer CDU-Kandidat, durchschreitet mit energischen Schritten sein Wahlkampfbüro, an seiner Sekretärin, der Drei-Quadratmeter-Küche und der Zwei-Quadratmeter-Toilette vorbei, auf den Fußball zu. Dass Voigts Wahlkreisbüro im vogtländischen Falkenstein mal ein Hundesalon war, erkennt man nur noch, wenn man es weiß. Die Türen und Fensterrahmen sind in Sächsische-Union-Grün gestrichen, und überall stehen Kisten mit Flyern: „Sören Voigt. Zuhören und Anpacken.“ Voigt packt den Fußball. Er selbst, der ehemalige sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und der einstige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) haben darauf unterschrieben. Voigt grinst triumphierend und sagt: „De Maizière ist weg, Tillich ist weg, ich bin noch da.“

          Tillich, der Vorgänger von Michael Kretschmer, musste vor zwei Jahren abdanken, als die Sächsische Union in der Bundestagswahl von der AfD überholt worden war. Der Vorsprung war hauchdünn, 0,1 Prozentpunkte, aber das reichte, um eine jahrzehntelange Vorherrschaft zu brechen. Noch in der Landtagswahl vor fünf Jahren konnte sich Tillich seines Sieges so sicher sein, dass Wahlkampf für das, was er 2014 tat, eigentlich das falsche Wort war. „Damals wurde man als CDUler schon gewählt, solange man morgens nur aus dem Bett kam“, sagt Voigt, auf dessen Kalender man die weißen Flächen in diesen Tagen vor der Wahl vergeblich sucht. Er sagt: „Das Ergebnis der Bundestagswahl ist das Beste, was der Sächsischen Union passieren konnte.“

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