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Maaßen und die CDU : Armer Kretschmer

Wahlkampf mit Würstchen: Michael Kretschmer (r.) Bild: dpa

Nicht nur, dass Hans-Georg Maaßen seine Bekanntheit gegen die Bundespartei und „Merkel“ wendet: Er kritisiert auch noch den von der AfD bedrängten Spitzenkandidaten der CDU in Dresden. Michael Kretschmer ist nicht zu beneiden.

          Die Art, wie Annegret Kramp-Karrenbauer mit Hans-Georg Maaßen umgeht, hat ihren tieferen Grund darin, dass die CDU noch immer nicht weiß, wie sie es mit der AfD und deren Wählern halten soll. Eigentlich liefert Maaßen der Parteiführung genug Anschauungsmaterial, was AfD-Wähler, die noch erreichbar wären für sie, an der CDU vermissen.

          Dass sich Maaßen im sächsischen Wahlkampf so verhält, als gehe es ihm um eine neue Partei, sollte in Berlin oder in der Potsdamer Wahlkampfzentrale von Ingo Senftleben nicht wirklich als Gefahr für den Bestand der CDU aufgefasst werden. Oder ist deren Integrationskraft schon so erodiert, dass ein einziges CDU-Mitglied reicht, um den Zorn der Vorsitzenden zu wecken?

          Das Ärgernis an Maaßens Engagement ist nicht, dass er die Öffentlichkeit, die er genießt, gegen die Bundespartei und „Merkel“ wendet. Das hat es immer wieder gegeben, und nicht ganz grundlos. Aber Maaßen ist das nicht genug: Er kritisiert auch noch den von der AfD bedrängten Spitzenkandidaten der CDU in Dresden. Michael Kretschmer ist um die „Strategen“ in seiner Partei nicht zu beneiden.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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