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Chemnitz : Doppelmoral der Antifaschisten

Demonstration von AfD und Pegida Anfang September 2018 in Chemnitz Bild: dpa

Es ist naiv, ein Jahr nach den Ausschreitungen von Chemnitz Chatprotokolle nach dem Wort „Jagd“ abzusuchen. Das eigentliche Ziel ist Michael Kretschmer. Das wiederum ist Doppelmoral.

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          Es grenzt schon an Komik, dass nun Chatprotokolle aus den Tagen der Chemnitzer Ausschreitungen vor einem Jahr daraufhin durchsucht werden, ob denn darin das Wort „Jagd“ zu finden sei. Und siehe da: Es soll vorkommen! Hatte man von einer gewaltbereiten Verabredung von Hooligans und Neonazis mit Gruppen wie „Kaotic Chemnitz“ oder „Pro Chemnitz“ etwas anderes erwartet?

          Die Knattertons, die sich an das Wort „Jagd“ heften, sind allerdings nicht ganz so naiv. Es lässt sich damit der CDU-Spitzenkandidat Michael Kretschmer in die Enge treiben. Der Ministerpräsident hatte damals denjenigen recht gegeben, die behauptet hatten, es habe keine „Hetzjagden“ auf Ausländer in Chemnitz gegeben.

          In der Zwischenzeit hat Kretschmer nicht nur gezeigt, dass er weit davon entfernt ist, den sich ausbreitenden Rechtsextremismus zu verharmlosen. Er gehört auch zu den wenigen Politikern, die der AfD nicht mit plumpen Parolen, sondern mit Politik Paroli bieten. Ihm daraus nun einen Strick zu drehen gehört zur Doppelmoral derer, die ihren Antifaschismus zum Kampf gegen unliebsame Demokraten nutzen.

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          Jasper von Altenbockum

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