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Problem für Wahlforscher : Warum sind Prognosen im Osten schwieriger?

Wer wird hier künftig sitzen? Meinungsforscher tun sich schwer damit, die Zusammensetzung des Landtags in Magdeburg vorherzusagen Bild: dpa

Umfragen kurz vor einer Wahl ergeben nur Stimmungsbilder. Für brauchbare Prognosen müssen viele Faktoren herangezogen werden. In Ostdeutschland ist das schwieriger als anderswo. Nächste Bewährungsprobe: Sachsen-Anhalt.

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          Sechs Prozentpunkte. So groß war der Unterschied zwischen der Umfrage, die am Freitag vor der Wahl vor fünf Jahren erschienen war, und dem Ergebnis, das die AfD in Sachsen-Anhalt erzielte. Insgesamt kam sie auf 24 Prozent. Inzwischen betonen Demoskopen stärker, was schon vorher galt: Umfragen bilden die politische Stimmung in dem Moment ab, in dem sie erhoben werden, sie sagen nicht den Wahlsonntag voraus. Doch auch andere Wahlen in Ostdeutschland zeigten, dass sich politische Stimmungen schwieriger als im Westen abbilden lassen.

          Timo Steppat
          Redakteur in der Politik.

          Stefan Merz ist Direktor Wahlen bei Infratest Dimap. Er sagt: „Wähler im Osten sind grundsätzlich flexibler.“ Es gibt eine deutlich geringere Parteienbindung, was zu rascheren Umschwüngen und stärkeren Verschiebungen führen kann. Doch besonders die 18-Uhr-Prognose, die am Sonntagabend zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in ARD und ZDF eingeblendet wird, basiert in großem Maße auf Erfahrungswerten, auf gewissen Konstanten. „Deshalb sind auch die Prognosen im Osten oft etwas unpräziser“, sagt Merz. Ein Risiko, das auch für Sonntag bestehe.

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