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Sachsen-Anhalt : AfD wird zweitstärkste Kraft

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AfD-Spitzenkandidat André Poggenburg hat sich mit dem Abschneiden seiner Partei zufrieden gezeigt. Er kündigte eine „starke Oppositionsarbeit“ an. „Wir sind mit dem Anspruch auf eine starke Opposition in den Wahlkampf gegangen und wir werden als starke Opposition in den Landtag gehen“, sagte er in Magdeburg. Er lobte die Wähler dafür, dass sie ihren Unmut in die Wahllokale getragen hätte. Er wehrte sich gegen die Behauptung, die AfD habe die Flüchtlinge als Schuldige für aktuelle politische Probleme präsentiert. Das sei nicht der Fall, so Poggenburg. Schuld sei vielmehr die Politik der etablierten Parteien.

Wahlkreiskarte

Der Spitzenkandidat der Linken in Sachsen-Anhalt, Wulf Gallert, zeigte sich enttäuscht von dem Wahlergebnis. „Wir haben gemerkt im Wahlkampf, dass es eine substanzielle Unzufriedenheit mit Politik und der Landesregierung gibt. Dieser Frust ist bei einer Partei gelandet, die den Leuten Schuldige präsentiert hat, die mit den Problemen nichts zu tun haben, nämlich den Flüchtlingen“, sagte er am Sonntag mit Blick auf die AfD.

Linken-Landeschefin Birke Bull hat die ersten Zahlen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als „bitteres Ergebnis“ bezeichnet. „Wir haben es nicht geschafft, zu überzeugen“, sagte sie am Sonntagabend in Magdeburg. Das sei alles sehr bedrohlich. Man müsse sich nun mit den Argumenten der rechtspopulistischen AfD auseinandersetzen.

Sachsen-Anhalts Grünen-Vorsitzende Cornelia Lüddemann ist auch mit einem knappen Einzug in den Landtag zufrieden. „Ich freue mich, dass wir über fünf Prozent sind. Es ist nämlich das erste Wahlziel, das wir hatten“, so Lüddemann.

Der Spitzenkandidat der FDP, Frank Sitta, sagte, ob die Partei sich an einer Koalition beteiligen werde, sei nun nicht die Frage. Falls es die Partei in den Landtag schaffen sollte, wäre seinen Worten nach „eine Stimme der praktischen Vernunft“ im Parlament.

Katrin Göring-Eckardt (l., Bündnis 90/Die Grünen) und der Landesvorsitzende der Grünen, Sebastian Lüdecke, jubeln am 13.03.2016 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) bei der Bekanntgabe der ersten Hochrechnung für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Die Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt lag deutlich höher als noch 2011. Wie die Landeswahlleiterin mitteilte, lag die Wahlbeteiligung um 16.00 Uhr bei 47,1 Prozent. Bei der vorausgegangenen Landtagswahl waren es zu diesem Zeitpunkt erst 40,2 Prozent. Allerdings dürfte der Spitzenwert bei einer Landtagswahl nicht mehr erreicht werden. Dieser lag 1998 am Ende des Wahltages bei 71,5 Prozent. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk berichtete, rechnete Landeswahlleiterin Christa Dieckmann mit einer Wahlbeteiligung von insgesamt 60 Prozent.

Ministerpräsident Haseloff hatte am Sonntag im Neuen Rathaus in Wittenberg seine Stimme zur Landtagswahl abgegeben. Der CDU-Politiker wurde beim Urnengang von seiner Frau Gabriele begleitet. Haseloff ist seit 2011 Ministerpräsident. Die Spitzenkandidaten der Linken und der SPD, Wulf Gallert und Katrin Budde, gaben in Magdeburg ihre Stimme ab.

Budde, die mit Ehemann Andreas und ihren Zwillingstöchtern zur Wahl in die Grundschule Salbke kam, warf ihren Stimmzettel kurz vor 11.00 Uhr in die Wahlurne. „Das sind zwei Stimmen für mich“, sagte die 50 Jahre alte Partei- und Fraktionschefin.

In Halle, wo die Spitzenkandidaten von Grünen und FDP, Claudia Dalbert und Frank Sitta, ihre Stimmen abgaben, sprachen Beobachter von lebhaftem Besuch in den Wahllokalen. In Stößen (Burgenlandkreis) ging der Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland (AfD), André Poggenburg, an die Wahlurne.

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