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TV-Duell Rheinland-Pfalz : Dreyer gibt gegen Klöckner die Landesmutter

  • -Aktualisiert am

TV-Duell der beiden Spitzenkandidatinnen Julia Klöckner (CDU) gegen Malu Dreyer (SPD) beim SWR in Mainz Bild: Frank Röth

Showdown vor der Wahl in Rheinland-Pfalz: Im Duell Dreyer gegen Klöckner ist die Flüchtlingskrise das beherrschende Thema. Zu ihren Parteivorsitzenden haben beide ein spezielles Verhältnis.

          4 Min.

          Das Fernseh-Duell zwischen der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und ihrer Herausforderin Julia Klöckner (CDU) verdient schon deshalb Aufmerksamkeit, weil es nach der Absage Dreyers für die „Elefantenrunde“ das letzte direkte Aufeinandertreffen vor der Landtagswahl am 13. März ist. Es ist außerdem wichtig, weil insbesondere die Sozialdemokraten die Auseinandersetzung der Parteien zuletzt immer stärker zur Auseinandersetzung zweier Personen gemacht haben – der ersten beiden Frauen, die in der Geschichte der Bundesrepublik das Ministerpräsidentenamt unter sich ausmachen.

          Klöckners Floskeln

          Timo Frasch
          Politischer Korrespondent in München.

          Klöckner begann am Dienstagabend etwas floskelhaft, überhaupt setzten sich ihre Antworten stärker als die Dreyers aus bekannten Textbausteinen zusammen. Anders als den Journalisten muss das den Leuten vor dem Fernseher nicht unbedingt aufgefallen sein. Als der souveräne Moderator Fritz Frey, Chefredakteur des SWR, Klöckner danach fragte, ob sie sich in der Flüchtlingspolitik von der Kanzlerin abgewendet habe, antwortete sie: „Ich achte darauf, dass die Enden zusammen bleiben.“ Die Union, CDU und CSU, seien der „Motor“ bei der Lösung der Flüchtlingsfrage, die Kanzlerin halte Europa zusammen, sie, Klöckner, stehe an Merkels Seite.

          Tatsächlich kann man nicht – wie Malu Dreyer es tat – behaupten, dass Klöckner der Kanzlerin „in den Rücken“ gefallen sei. Aber manchmal reicht es eben schon, dass vom politischen Gegner dieser Eindruck erweckt werden kann. Jedenfalls könnte Klöckner in ihrem Bemühen, eigene Akzente zu setzen, eben den einen zu viel gesetzt haben, als sie sich jüngst ausgerechnet vom baden-württembergischen CDU-Wackelkandidaten Guido Wolf animieren ließ, in einem gemeinsamen Papier nochmal ihren „Plan A2“ zu bekräftigen.

          Dreyer tut so, als kenne sie Gabriel nur flüchtig

          Auch Dreyer hat mit ihrem Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel ihre liebe Not, wahrscheinlich ist die Kluft zwischen ihr und ihm größer als die zwischen Klöckner und Merkel. Und auch Gabriel gehört ja der Bundesregierung an. Als Dreyer nach ihm gefragt wurde, agierte sie geschickt: Sie machte klar, dass sie und nicht Gabriel zur Wahl stehe, dass sie für Rheinland-Pfalz und für nichts sonst kämpfe; fast tat sie so, als kenne sie Gabriel nur flüchtig. Im Übrigen weidete sie sich lieber am Dilemma der Union. In Richtung ihrer Gegnerin sagte sie: „Aber klar ist auch, dass wir den Zustrom eingebremst brauchen – und da stehe ich aus meiner Sicht erheblich deutlicher hinter der Strategie von Kanzlerin Merkel als Sie, liebe Frau Klöckner.“

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          Dreyer hat den Ruf, eine Gefühlspolitikerin zu sein. Zumindest im ersten Teil des Duells wirkte sie dem sichtlich entgegen. Mehrfach hob sie ihre exekutiven Möglichkeiten und Erfahrungen hervor, während Klöckner sich naturgemäß eher auf Informationen aus zweiter Hand (Bürgermeister) beziehen musste. Das Land „mit mir an der Spitze“ manage die Flüchtlingsfrage „sehr, sehr gut“, sagte Dreyer. Sehr viele Aufnahmekapazitäten seien geschaffen worden, merklich weniger Menschen kämen in den Kommunen an, alle würden registriert. Auch rhetorisch gab sich Dreyer zunächst weniger landesmütterlich, als vielmehr zu allem entschlossen: „Es ist leider falsch, was Sie sagen“ – „Ich verwahre mich dagegen“ – „Bleibt jetzt eben Aussage gegen Aussage“.

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