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Wahlforscher im Interview : „Bei sehr niedriger Wahlbeteiligung droht Instabilität“

Eine Frau geht durch den Stadtteil Chorweiler in Köln. Hier ist die Wahlbeteiligung seit vielen Jahren besonders niedrig. Bild: dpa

Achim Goerres untersucht Wählerverhalten in NRW. Im Interview erklärt er, welche Rolle Bildung spielt, was Menschen mit Einwanderungsgeschichte vom Wählen abhält und warum die AfD gut für die Wahlbeteiligung war.

          7 Min.

          Herr Goerres, bei der Landtagswahl am Sonntag haben in Nordrhein-Westfalen so wenige Menschen ihre Stimme abgegeben wie nie zuvor. Woran liegt das?

          Leonie Feuerbach
          Redakteurin in der Politik.

          Die Wahlbeteiligung in NRW und anderen Bundesländern geht seit vielen Jahren zurück. Verwunderlich war eher die hohe Beteiligung 2017. Die langfristige Erklärung für diesen Trend ist ein Generationenwechsel: Generationen, die die gefühlte Bürgerpflicht wählen zu gehen noch sehr stark internalisiert hatten, sterben weg, und werden ersetzt von jüngeren Generation, die diese Staatsbürgernorm weniger stark internalisiert haben. Eine kurzfristige Erklärung für dieses Mal könnte sein, dass die Wähler jeden Alters zwar ein großes politisches Interesse für Inflation, Energiepolitik und Verteidigung hatten, aber nicht für die Themen, die im Landtag verhandelt werden.

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