https://www.faz.net/-gpf-8xtkr

Wahl in Nordrhein-Westfalen : CDU sieht „reale Chance“ für Machtwechsel

  • Aktualisiert am

CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet zeigt sich zuversichtlich. Bild: EPA

Die Republik schaut auf NRW: Die Landtagswahl gilt als letzter großer Stimmungstest vor der Bundestagswahl. Die CDU hofft auf einen dritten Sieg in diesem Jahr, für die SPD steht viel auf dem Spiel.

          Die mit Spannung erwartete Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ist mit lebhafter Beteiligung angelaufen. Bis Sonntagmittag (12 Uhr) gaben im bevölkerungsreichsten Bundesland deutlich mehr Menschen ihre Stimme ab als vor fünf Jahren. Nach Angaben des Landeswahlleiters lag die Beteiligung vier Stunden nach Öffnung der Wahllokale einschließlich Briefwahl bei 34 Prozent. Das waren fünf Prozentpunkte mehr als bei der Landtagswahl 2012.

          Etwa 13,1 Millionen Bürger sind zur Stimmabgabe aufgerufen, unter ihnen etwa 840.000 Erstwähler. Sie können sich zwischen 31 Parteien entscheiden. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr. Dann werden umgehend die ersten Prognosen veröffentlicht.

          Ein Kopf-an-Kopf-Rennen

          NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gab ihre Stimme in Mülheim an der Ruhr ab. Dabei äußerte sich die SPD-Spitzenkandidatin zuversichtlich, die Wahl zu gewinnen: „Wir haben fleißig gearbeitet, und die Partei war bis zur letzten Minute unterwegs.“

          Wahl in Nordrhein-Westfalen

          Ergebnisse im Detail

          CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet wählte am Vormittag in Aachen. Auch er zeigte sich optimistisch: „Es gibt eine reale Chance, dass wir gewinnen können.“ Das Ergebnis werde aber wahrscheinlich knapp.

          Der SPD-Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz gab seine Stimme am Morgen in seiner Heimatstadt Würselen ab. Es werde eine enges Rennen, „Kopf an Kopf“, sagte er anschließend. Das Ergebnis der Landtagswahl stehe erst einmal für sich, so Schulz mit Blick auf die Bundestagswahl am 24. September. Er gestand aber ein: „Dass es ein stimmungsbeeinflussender Wahlvorgang ist, darüber braucht man nicht lange zu diskutieren.“

          Noch sind sie gut gelaunt: Hannelore Kraft und Martin Schulz bei SPD-Wahlkampftermin am Freitag in Duisburg.

          In den letzten Meinungsumfragen vor der Wahl hatten sich die SPD von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und die oppositionelle CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Die Wahl in NRW ist der letzte politische Stimmungstest vor der Bundestagswahl im Herbst. Nach zwei CDU-Siegen im Saarland und in Schleswig-Holstein hofft die SPD auf eine Trendwende.

          Nordrhein-Westfalen wird von einer rot-grünen Koalition regiert. Diese hat aber in den Umfragen seit langem keine Mehrheit mehr. Bislang sind fünf Parteien im Parlament in Düsseldorf vertreten. Stärkste Kraft wurde 2012 die SPD mit 39,1 Prozent, gefolgt von der CDU mit 26,3 Prozent. Die Grünen erhielten 11,3 Prozent, die FDP 8,6 und die Piratenpartei 7,8 Prozent.

          Wäre heute Bun­des­tags­wahl statt Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, könn­te An­ge­la Mer­kel auf eine kom­for­ta­ble Mehr­heit bauen: Im Sonn­tags­trend, den das Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut Emnid wö­chent­lich für die Zeitung „Bild am Sonntag“ er­hebt, ver­bes­serte sich die Union um einen Punkt und er­reichte 37 Pro­zent. So stark waren CDU/CSU zu­letzt im Ja­nu­ar.

          Die SPD ver­liert da­ge­gen einen Punkt und kommt nur noch auf 27 Pro­zent. Für die Par­tei ist das der schlech­tes­te Wert, seit Mar­tin Schulz im Ja­nu­ar zum Kanz­ler­kan­di­daten aus­ge­ru­fen wurde. Je­weils einen Punkt zu­le­gen kön­nen Linkspartei (10 Pro­zent) und Grüne (8 Pro­zent). Die AfD büßt da­ge­gen einen Punkt ein und er­reicht nur noch 8 Pro­zent. Die FDP liegt wie in der Vor­wo­che bei 6 Pro­zent. Auf die sons­ti­gen Par­tei­en ent­fal­len 4 Pro­zent (minus 1).

          Weitere Themen

          Kurz fordert Entlassung von Innenminister Kickl Video-Seite öffnen

          Regierungskrise in Österreich : Kurz fordert Entlassung von Innenminister Kickl

          Im Zuge des Ibiza-Skandals hat Österreichs Regierungschef Sebastian Kurz die Entlassung von FPÖ-Innenminister Herbert Kickl gefordert. Er habe Präsident Alexander van der Bellen Kickls Entlassung "vorgeschlagen", sagte Kurz. Wegen der Entlassung von Kickl will die rechtspopulistische FPÖ wie angekündigt sämtliche Minister aus der Regierung abziehen.

          Topmeldungen

          Österreichs Regierung am Boden : Von der Musterehe zum Rosenkrieg

          Aus den Rissen in der türkis-blauen Koalition wurden durch die Ibiza-Affäre in beeindruckender Geschwindigkeit Gräben. Die Neuwahl ist für Sebastian Kurz eine Chance, mehr Stimmen für die ÖVP zu gewinnen – aber sie birgt auch ein großes Risiko.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.