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Wahl-Reaktionen : „Was für ein toller Abend“

  • Aktualisiert am

Gerührt: Hannelore Kraft Bild: dpa

„Es ist so ein tolles Gefühl“: Hannelore Kraft bleibt Ministerpräsidentin in Nordrhein-Westfalen - und zeigt sich vor ihrer Partei überglücklich. Auch Grüne und die FDP jubeln über ihr Abschneiden - bei der Linkspartei herrscht Katerstimmung. Reaktionen auf den Wahlausgang.

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          Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen haben die Parteien sich unterschiedlich in ihrer Interpretation des Wahlausgangs geäußert. Die SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft zeigte sich begeistert über ihren klaren Wahlsieg. „Was für ein toller Abend!“, rief die Ministerpräsidentin am Sonntagabend ihren jubelnden Anhängern in Düsseldorf zu. Sie dankte den Wählern für das Vertrauen und versprach: „Wir werden unser Bestes geben. Es ist ein so tolles Gefühl: zum ersten Mal nach zwölf Jahren wieder vorne.“ Die Regierungschefin resümierte, es sei ein „harter Turbo-Wahlkampf“ gewesen. „Wir haben das Richtige getan: Wir haben den Menschen in den Mittelpunkt gestellt.“ Zum Schluss sagte sie: „Ehrlich gesagt bin ich jetzt total kaputt - aber es ist ein so klasse Gefühl.“

          CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen hatte als Konsequenz aus seiner schweren Wahlniederlage zuvor sein Amt als CDU-Landeschef aufgegeben. „Dieses Ergebnis führt ganz zwingend dazu, dass ich die Führung des Landesverbandes abgeben werde“, sagte er in Düsseldorf kurz nach Schließung der Wahllokale. Er werde am Montag dem Landesvorstand die Einberufung eines Parteitages im kommenden Monat zur Neuwahl der Parteiführung vorschlagen. „Selbstverständlich werde ich die Führung abgeben in andere Hände“, sagte Röttgen, der damit die Verantwortung übernahm für das schlechteste Wahlergebnis der CDU in dem Land überhaupt.

          Geschlagen: Norbert Röttgen Bilderstrecke

          Trotz der verheerenden Wahlniederlage der CDU in Nordrhein-Westfalen erwartet CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, dass Röttgen Bundesumweltminister bleibt. „Ich bin ganz sicher, Norbert Röttgen wird die wichtige Arbeit als Bundesumweltminister mit ganzem Einsatz fortsetzen“, sagte Gröhe am Sonntagabend in Berlin. Zugleich zollte er dem CDU-Spitzenkandidaten Respekt, dass dieser die persönliche Verantwortung für die Wahlniederlage übernommen habe.

          Lindner beschwört „Tugend und Charakter“

          FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner zeigte sich unterdessen hoch erfreut über den Wahlausgang. „Das ist ein großes Ergebnis für die FDP in NRW“, sagte Lindner. „Wir haben der rot-grünen Schuldenpolitik nicht zugestimmt. Unsere Fraktion hat sich dem Verschuldugngskurs verweigert und eine Neuwahl in Kauf genommen.“ Lindner hob hervor: „Prinzipienfestigkeit in der Politik ist Ausdruck von Tugend und Charakter.“ Prognosen sehen die FDP bei 8,5 Prozent.

          Der Wahlsieg von Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen hat nach Einschätzung von Grünen-Chef Cem Özdemir erhebliche Konsequenzen auch für den Bund. „Das ist eine klare Ansage auch für Berlin“, sagte Özdemir am Sonntag im ZDF. „Für uns ist das Rückenwind. Der Wechsel ist 2013 möglich. Jetzt liegt es an uns, was wir daraus machen.“ Nicht nur der CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen, sondern auch Bundeskanzlerin Angela Merkel habe in Nordrhein-Westfalen verloren, sagte der Grünen-Politiker. Das Betreuungsgeld und die Solarkürzung seien in Nordrhein-Westfalen abgewählt worden. Nach ersten Hochrechnungen erreichen SPD und Grüne zusammen eine klare Mehrheit: Sie können ihre bisherige Minderheitsregierung mit einer deutlichen Mehrheit fortsetzen. Während die SPD leicht zulegte, konnten die Grünen ihr Ergebnis von 2010 halten und erzielten rund zwölf Prozent.

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