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Röttgen in Nordrhein-Westfalen : Im Wahlkampfzug nach Nirgendwo

  • -Aktualisiert am

Ernste Mienen im Wahlkampf: Norbert Röttgen wird wohl nicht der neue Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen Bild: dpa

Norbert Röttgen gilt in Berlin als großes Talent: „Muttis Klügster“. Sein Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen aber ist durch und durch verkorkst. Das hat der Umweltminister sich auch selbst zuzuschreiben. Dabei geht es doch für ihn um alles.

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          Für Wahlkämpfer ist es besonders wichtig, zur rechten Zeit am richtigen Ort zu sein. Norbert Röttgen hat sich am Dienstag das Restaurant „Laterne“ in der Düsseldorfer Altstadt reservieren lassen, um mit den Damen und Herren seines Kompetenzteams eine Art Kabinettssitzung abzuhalten und sich hernach der Presse zu präsentieren. Die „Laterne“ befindet sich im großzügig verglasten fünften Stock des Schlossturms. Von dort aus hat man einen schönen Blick auf die Altstadt und den Rhein. Auch der nordrhein-westfälische Landtag und die Staatskanzlei gleich dahinter sind nicht fern. Das ist der Anspruch, den die CDU im Schlossturm deutlich machen will: Norbert Röttgen wird nordrhein-westfälischer Ministerpräsident.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Dass Bundesumweltminister Röttgen Ministerpräsident wird, ist ziemlich unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass die CDU wieder einmal ohne Machtperspektive eingemauert bleibt im 30-Prozent-Turm. Seit Wochen kommt sie in Umfragen nicht über 32 Prozent hinaus. Längst meinen altgediente Mitglieder der CDU-Landtagsfraktion resigniert, man müsse froh sein, wenn es am Sonntag tatsächlich 32 Prozent würden. Es wäre das schlechteste Landtagswahlergebnis in der Geschichte der nordrhein-westfälischen CDU. Nur wenn sie Glück hat im Unglück und es nicht für eine rot-grüne Mehrheit reicht und auch keine Ampel zustande kommt, dann wird sie als Juniorpartner für die SPD gebraucht.

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