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Wahl in Niedersachsen : Wahlbeteiligung steigt zum Nachmittag

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Niedersachsens Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat David McAllister und seine Ehefrau Dunja Bild: dpa

Mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten gab bis zum Nachmittag ihre Stimme ab. Vor fünf Jahren hatte die Wahlbeteiligung mit insgesamt 57,1 Prozent einen historischen Tiefststand bei einer Landtagswahl in Niedersachsen erreicht.

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          Die Wahlbeteiligung in Niedersachsen ist zum Sonntagnachmittag deutlich angestiegen. Mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten gab bis 16.30 Uhr ihre Stimme ab. Mit 53,3 Prozent lag die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt höher als vor fünf Jahren um dieselbe Zeit. Damals hatten 49,5 Prozent der Stimmberechtigten gewählt. Es könne sein, dass die Beteiligung in den letzten 90 Minuten vor dem Schließen der Wahllokale noch weiter zunehme, sagte eine Mitarbeiterin der Landeswahlleitung in Hannover. Vor fünf Jahren hatte die Wahlbeteiligung mit insgesamt 57,1 Prozent einen historischen Tiefststand bei einer Landtagswahl in Niedersachsen erreicht. Am Morgen und Mittag lief die Beteiligung zunächst schleppend. Um 12.30 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei rund 23 Prozent und damit etwa auf demselben Niveau wie vor fünf Jahren.

          Insgesamt sind in Niedersachsen 6,1 Millionen Bürger aufgerufen, ein neues Landesparlament zu wählen. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der amtierenden schwarz-gelben Koalition unter Ministerpräsident David McAllister (CDU) und Rot-Grün voraus. Vor allem das Abschneiden der FDP könnte darüber entscheiden, ob McAllister im Amt bleibt oder SPD-Herausforderer Stephan Weil neuer Regierungschef im zweitgrößten deutschen Flächenland wird. Weil ist derzeit noch Oberbürgermeister in der Landeshauptstadt Hannover.

          Stimmungstest vor der Bundestagswahl

          Die Wahl gilt auch als wichtiger Stimmungstest vor der Bundestagswahl im Herbst. Sollte die FDP nicht mehr in den Landtag kommen, gilt die Zukunft von Bundesparteichef Philipp Rösler als offen. Aber auch Debatten um SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück könnten wieder aufflammen, wenn die SPD den Machtwechsel an der Leine verpassen sollte. Sollte Rot-Grün den Wechsel schaffen, würden sich auch neue Machtverhältnisse im Bundesrat ergeben, in dem SPD und Grüne dann eine gestalterische Mehrheit hätten.

          SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil Bilderstrecke

          McAllister rechnete am Sonntag weiter mit einem knappen Ausgang. „Es ist ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen“, sagte der Regierungschef, nachdem er in seinem Heimatort Bad Bederkesa bei Cuxhaven gewählt hatte. SPD-Herausforderer Weil sagte bei der Stimmabgabe: „Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen.“ Auch Altkanzler Gerhard Schröder und seine Frau Doris Schröder-Köpf, die sich erstmals für die SPD um ein Landtagsmandat bewirbt, gaben bereits am Vormittag ihre Stimme ab.

          Um die 135 Sitze im Landtag bewerben sich 659 Kandidaten. Bei der Wahl vor fünf Jahren hatte die CDU 42,5 Prozent Stimmen bekommen und war damit stärkste Kraft. Die SPD kam auf 30,1 Prozent, die FDP auf 8,2 Prozent und die Grünen auf 8,0 Prozent. Die Linke schaffte 2008 mit 7,1 Prozent erstmals in Niedersachsen den Sprung ins Parlament.

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