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Mecklenburg-Vorpommern : SPD festigt Spitzenplatz in Umfragen

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Liegt mit der SPD in Umfragen vorne: Erwin Sellering, Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommerns Bild: dpa

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kann Ministerpräsident Sellering laut jüngster Umfrage auf eine weitere Amtszeit hoffen. Seinem Koalitionspartner CDU droht am Wahlabend jedoch ein Debakel.

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          Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern hat Umfragen zufolge gut eine Woche vor der Landtagswahl ihr zwischenzeitliches Tief überwunden und strebt einem neuerlichen Wahlsieg entgegen. Das am Freitag veröffentlichte ZDF-Politbarometer bestätigte im Wesentlichen die am Vortag bekannt gegebenen Ergebnisse einer ARD-Vorwahlumfrage. So ermittelte die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF für die Sozialdemokraten 28 Prozent. Das ist der bislang höchste Umfragewert für die SPD, die 2011 die Wahlen mit 35,6 Prozent deutlich gewonnen hatte, im April dieses Jahres in einer Umfrage aber bis auf 22 Prozent abgestürzt war.

          Anders der Trend bei Koalitionspartner CDU, der noch im Juli mit 25 Prozent in der Wählergunst vorn gelegen hatte, mit einem Umfragewert von nun 22 Prozent jedoch mit einem nochmals schlechteren Ergebnis rechnen muss als 2011. Das Wahlergebnis von damals 23 Prozent markierte den bisherigen Tiefpunkt für die Union. Zudem läuft die CDU Gefahr, hinter die AfD zurückzufallen, die auch im ZDF-Politbarometer auf 21 Prozent kommt. Die konstant guten Umfragewerte hatten in der AfD die Hoffnung geschürt, aus der Landtagswahl am 4. September als Siegerin hervorgehen zu können.

          Wie die CDU droht auch die Linke als bislang drittstärkste Kraft im Schweriner Landtag kurz vor der Wahl in einen Abwärtstrend zu rutschen. Im ZDF-Politbarometer kommt die Linkspartei noch auf 13 Prozent und entfernt sich damit immer mehr von ihrem Ergebnis bei der Landtagswahl 2011, als sie 18,4 Prozent erreichte. Für die Grünen zeichnet sich bei einem Umfragewert von 6 Prozent weiterhin eine Zitterpartie ab. Vor fünf Jahren hatten sie mit 8,7 Prozent erstmals den Sprung in das Landesparlament geschafft. FDP und NPD verharren in den Umfragen bei jeweils 3 Prozent und würden somit an der Fünf-Prozent-Sperrklausel scheitern.

          Sellering beliebtester Politiker

          Für das Politbarometer extra befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen laut ZDF vom 23. August bis 25. August 1020 zufällig ausgewählte Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei wurde auch die Popularität der Spitzenpolitiker erhoben. Bei der Frage, wen man lieber als Ministerpräsident hätte, lag Amtsinhaber Erwin Sellering (SPD) mit 64 Prozent erneut deutlich vor Innenminister Lorenz Caffier (CDU), der 18 Prozent der Befragten hinter sich brachte. Die meiste Zustimmung gab es mit 44 Prozent zudem für die Fortsetzung des bisherigen Regierungsbündnisses Rot-Schwarz, 31 Prozent votierten für einen Wechsel zu einer CDU-geführte schwarz-roten Koalition, 30 Prozent für ein Dreierbündnis aus SPD, Linke und Grünen.

          Bei den aktuell wichtigsten Problemen in Mecklenburg-Vorpommern setzten die Befragten das Thema „Arbeitslosigkeit“ mit 38 Prozent auf Rang eins. Erst danach nannten sie „Flüchtlinge/Asyl“ (25 Prozent), „Schule/Bildung“ (12 Prozent) sowie „Familie/Jugend/Kinder“ (8 Prozent). In früheren Umfragen hatten noch die meisten angegeben, dass bei ihrer Wahlentscheidung maßgeblich von der Flüchtlingspolitik beeinflusst werde.

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