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FDP in Hessen : Wackelige Königsmacher

  • -Aktualisiert am

René Rock ist der Spitzenkandidat der hessischen FDP. Mit ihm könnte eine schwarz-grüne Regierung stehen und fallen. Bild: Michael Kretzer

Die FDP könnte CDU und Grünen beispringen, damit es für eine Mehrheit reicht – dafür muss sie es aber erst einmal in den Landtag schaffen. Und auch dann ist eine Jamaika-Koalition keinesfalls gewiss.

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          Als die FDP im August ihre Kampagne für den hessischen Landtagswahlkampf in einer schicken ehemaligen Industriehalle in Wiesbaden vorstellte, wurde auf einer Leinwand zunächst ein Video eingespielt. „Sex, Drugs and René Rock“, hieß es da. Oder: „Die große Rock-Show“. Dann trat René Rock, der FDP-Spitzenkandidat, in die Mitte der Halle: ein eher kleiner Mann, der wieder einmal für sein „absolutes Herzensthema“ warb, die frühkindliche Bildung. Auf Wahlkampfplakaten ist Rock wiederum mit grimmigem Blick abgebildet, ohne Anzug, unrasiert, darunter der Spruch: Nicht das Gesetz der Straße zähle. Sondern das des Staates. Bei der hessischen FDP tut sich also eine gewisse Schere zwischen dem Bild auf, das die Partei versucht ihrem Spitzenkandidaten zuzuschreiben, und dem, wie er ist. Das macht die Sache für Rock nicht gerade leicht.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Bildung, mithin die frühkindliche, ist nicht das erste Thema, das traditionell mit den Liberalen verbunden wird. Und doch ist es das wichtigste Thema der Partei im Landtagswahlkampf. Erst darauf folgen Wirtschaftspolitik und Digitalisierung. Strategisch ist das nicht geschickt, denn das Feld ist in Hessen schon ziemlich gut bestellt: Die SPD setzt ebenfalls auf mehr und bessere Krippenplätze, und auch die CDU hat das Thema zuletzt entdeckt. Die Landesregierung beschloss, Kitaplätze ab einem Alter von drei Jahren und für sechs Stunden am Tag von Beiträgen zu befreien.

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