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Volker Bouffier : Alles ganz locker in Hessen

  • -Aktualisiert am

Gut geheckselt: Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier macht auf seiner Sommerreise Station im Holzhackschnitzelheizkraftwerk im Bioenergiedorf Burgjoß (Spessart) Bild: Röth, Frank

Volker Bouffier, CDU-Ministerpräsident durch den Amtsverzicht seines Vorgängers, will nun selbst gewählt werden. Doch alle Umfrageergebnisse deuten auf einen spannenden Wahltag.

          Der Dorfbürgermeister begrüßt Volker Bouffier mit einem Satz, der perfekt zu dessen in drei Jahren hart erarbeiteten Bild als oberster Kümmerer im schönen Hessenland passt: „„Ich freue mich, dass unser Landesvater persönlich bei uns vorbeischaut, um zu sehen, wie das Geld aus Wiesbaden verwendet wurde.““ Bei diesen Worten geht ein warmes Landesvaterlächeln über Bouffiers Gesicht. Mit der zum Erkennungszeichen gewordenen tiefen und rauhen Stimme spricht er dann einen typischen Bouffier-Satz, der seine Grundbotschaft enthält, dass hier ein Politiker steht, dem die Menschen blind vertrauen können. „Solche Reisen sind immer eine gute Gelegenheit, um Versprechen einzuhalten.“ Und dann lauscht er im Stehen und geduldig lächelnd der stockend vorgelesenen Rede eines älteren Herren über die Erfolgsgeschichte des „Holzhackschnitzelofens“ im „Bio-Energiedorf“ Burgjoß im Spessart.

          Thomas Holl

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online.

          Bouffier ist an diesem Sommertag in der mittelhessischen Provinz offiziell und sehr entspannt als Ministerpräsident unterwegs. Als CDU-Spitzenkandidat, der in einem knappen Rennen um eine weitere Amtszeit kämpft, absolviert er im Rollentausch auf seiner „Sommertour“ eine Woche später ein ähnliches Programm. Der Unterschied zwischen beiden Rollen ist für die meisten Bürger jedoch nicht wahrnehmbar. Wie als Ministerpräsident sucht Bouffier auch als Wahlkämpfer seit Wochen unverkrampft den herzlichen Bürgerkontakt mit Schulterklopfen, Händeschütteln und aufmunternden Sätzen. Diese klassische Wahlkampfdisziplin liebt und beherrscht Bouffier wie kein anderer in der hessischen CDU. In seiner Partei ist er für viele nicht der mächtige Vorsitzende und Ministerpräsident, sondern der Kumpel „Buffi“, mit dem man beim gemütlichen „Hüttenabend“ der Hessen-CDU vor Parteitagen das eine oder andere Pils auf alte Zeiten trinkt und dabei genussvoll und ohne Rauchverbot Zigarillos pafft.

          „Zufrieden bin ich auch“

          Den polarisierenden Parteipolitiker, der wie einst sein Weggefährte Roland Koch hart und leidenschaftlich gegen SPD, Grüne und Linkspartei austeilt, gibt Bouffier auch auf CDU-Wahlveranstaltungen und Podiumsdiskussionen nur in sehr überschaubaren Portionen. Lieber scheinen ihm solche Wohlfühltermine mit dankbaren Honoratioren und Rentnern zu sein, die dem hohen Gast aus der Landeshauptstadt einen warmherzigen Empfang bereiten. Oder bei Besuchen wie auf dem Karlshof im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg einige Stunden zuvor: Auf dem riesigen Bauernhof mit 300 Milchkühen findet Bouffier gleich zu Beginn die richtigen Worte und Gesten, um den jungen Chef des ökologisch ambitionierten landwirtschaftlichen Betriebs und dessen Familie für sich einzunehmen. „„Ich bin tief beeindruckt, was Sie hier machen. Das alles ist faszinierend und großartig““, sagt Bouffier und nickt dabei anerkennend in Richtung der blitzsauberen Stallungen, wo schwarz-weiße Kälbchen in ihren ersten Lebenswochen aufgezogen werden.

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