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Merkels Rücktrittsankündigung : Weidel: „Die Jagd ist erfolgreich“

Auch in Bayern war die AfD zuvor erfolgreich: Alice Weidel, Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, während der Wahlparty der AfD Bild: dpa

Die „Alternative für Deutschland“ spielt für die Regierungsbildung in Hessen keine Rolle. Neben einem hohen Stimmungszuwachs, beansprucht die AfD aber noch etwas anderes als eigenen Sieg: Merkels Rückzug.

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          Die AfD muss in der Rückzugs-Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel vom Vorsitz der CDU einen weitaus bedeutenderen Sieg sehen als in ihrem hessischen Wahlerfolg von 13,1 Prozent, obwohl sie dort mit neun Prozentpunkten den höchsten Stimmenanteil aller Parteien hinzugewann.

          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Der AfD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland sagte in Berlin im Blick auf Merkels Verzicht auf eine neue Kandidatur als CDU-Chefin, „das hat sehr viel mit uns zu tun“. Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel sagte, „die Jagd, die mein Kollege Gauland angekündigt hatte, ist erfolgreich“. Gauland äußerte nach dem Einzug der AfD in den Bundestag im September vergangenen Jahres im Blick auf Merkel und die CDU, „wir werden sie jagen“.

          Aktuelle praktische Konsequenzen aus dem hessischen Wahlergebnis waren am Montag weder für die AfD, noch für die Linkspartei von Bedeutung – beide spielen in den Erwägungen über eine neue Regierungsbildung in Wiesbaden keine Rolle. Die Linkspartei, die mit einem Stimmengewinn von 1,1 Prozentpunkten der kleinste Sieger der hessischen Landtagswahl war, musste sich fragen lassen, warum ihr Erfolg angesichts eines zehn Mal so hohen Verlusts der SPD nicht größer ausgefallen sei.

          AfD hofft auf Merz als Merkel-Nachfolger

          Ihre hessische Spitzenkandidatin Janine Wissler gestand zu, es habe da durchaus ein höheres Potential an Stimmengewinnen gegeben; die Berliner Linksparteivorsitzende Katja Kipping aber war mit der Freude darüber zufrieden, dass in den Wahlanalysen die Kompetenzwerte ihrer Partei auf manchen Politikfeldern, etwa beim Thema der sozialen Gerechtigkeit, mittlerweile höher lägen als die der SPD.

          Die dialektischste Hoffnung steuerte hingegen der andere Linkspartei-Vorsitzende Bernd Riexinger bei, der die Hoffnung kundtat, die Grünen würden durch ihre großen Wahlerfolge in Hessen und Bayern (zu denen weitaus mehr einstige SPD-Wähler beitrugen) weiter in die politische Mitte wandern müssen, was der Linkspartei neue Möglichkeiten böte, mit radikalen sozialen und ökologischen Forderungen zusätzlich Wähler anzuziehen.

          Die Gedanken der AfD hingen am Montag unterdessen stärker an der Frage, welches Schicksal einer Anti-Merkel-Partei wohl drohen könnte, wenn sie ihr Ziel erreicht hat. Gauland ging die Reihe der Kandidaten durch, die sich in den ersten Stunden nach Merkels Ankündigung als Bewerber meldeten, und verteilte prognostische Wertungen.

          Wenn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn neuer CDU-Vorsitzender und Bundeskanzler werde, „dann haben wir es schwerer“, sagte Gauland. Den früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz nannte er einen „klugen Mann und klugen Politiker“. Zu den Ministerpräsidenten Armin Laschet und Daniel Günther lautete das Urteil, das werde für die AfD nichts ändern.

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