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Nach Debakel in Bayern : So schlecht sieht es für CDU und SPD vor der Hessen-Wahl aus

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Bild: FAZ.NET

Den Partnern der großen Koalition in Berlin droht nach Bayern die nächste Denkzettel-Wahl. Großer Gewinner könnten wieder die Grünen werden – trotzdem könnte es für die schwarz-grüne Koalition eng werden.

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          Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Hessen befinden sich die Grünen einer neuen Umfrage zufolge auch dort im Höhenflug, während CDU und SPD mit massiven Stimmenverlusten rechnen müssen. In dem am Donnerstag veröffentlichten ZDF-„Politbarometer“ liegen die Grünen bei 22 Prozent (Landtagswahl 2013: 11,1). Wenn am nächsten Sonntag gewählt würde, käme die CDU nur noch auf 26 Prozent (38,3) und die SPD auf 20 Prozent (30,7). Die AfD würde laut der Umfrage zwölf Prozent bekommen und damit erstmals auch in den hessischen Landtag einziehen. Linkspartei (5,2) und FDP (5,0) kommen demnach jeweils auf acht Prozent.

          Ähnlich sieht es im neuen „Hessentrend“ der ARD aus. In der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage kommt die CDU ebenfalls nur nur noch auf 26 Prozent – SPD und Grüne liegen bei 21 und 20 Prozent. Bei der Frage, ob die CDU oder die SPD die nächste Landesregierung führen sollte, sprechen sich 44 Prozent der „Hessentrend“-Befragten für die Christdemokraten aus. 38 Prozent sind für eine SPD-geführte Landesregierung. Bei der Frage, ob CDU oder Grüne das Land künftig führen sollten, sprechen sich 41 Prozent der Teilnehmer für die CDU und 40 Prozent für die Grünen aus.

          Hessen-Wahl mit bundespolitischer Bedeutung

          In Hessen wird am 28. Oktober ein neuer Landtag gewählt. In Wiesbaden regiert seit fünf Jahren eine schwarz-grüne Landesregierung unter Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). „Die bisherigen Umfragen sind für uns enttäuschend und können uns nicht zufriedenstellen“, konstatierte der CDU-Spitzenkandidat der CDU. Momentan überlagere die Bundespolitik die politische Diskussion. In der letzten Phase bis zur Landtagswahl werde die Union deutlich machen, dass es nicht um Berlin gehe. „Jetzt geht’s um Hessen.“

          „Das Ergebnis zur Sonntagsfrage zeigt nur: Es ist viel Bewegung drin“, sagte Nancy Faeser, die Generalsekretärin der SPD. Sie wies darauf hin, dass sich das TV-Duell vom Mittwochabend in den Umfragen noch nicht habe widerspiegeln können. Dort habe sich Thorsten Schäfer-Gümbel kompetenter, sachlicher und bürgernäher als der amtierende Ministerpräsident gezeigt.

          Der Wahl wird auch bundespolitisch eine enorme Bedeutung zugesprochen. Nach der Landtagswahl in Bayern, bei der die CSU und die SPD herbe Verluste einstecken mussten, wird vor allem das Abschneiden von CDU und Sozialdemokraten mit Spannung erwartet. Sollten diese in Hessen schlecht abschneiden, könnte dies auch Auswirkungen auf die große Koalition im Bund haben.

          Nach den Umfragewerten des ZDF-„Politbarometers“ muss die amtierende schwarz-grüne Landesregierung in Hessen um ihre Mehrheit bangen. Rechnerisch möglich sind demnach ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP oder eine rot-rot-grüne Koalition. Eine Koalition aus CDU und SPD hätte dagegen keine Mehrheit.

          Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten läge Amtsinhaber Bouffier klar vor seinem SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel. Für ihn würden sich laut der Umfrage 46 Prozent der Befragten entscheiden, für Schäfer-Gümbel 32 Prozent.

          Beliebtester Spitzenkandidat in Hessen: der Grüne Tarek Al-Wazir

          Beliebtester Politiker ist allerdings der Grünen-Spitzenkandidat und amtierende Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. Auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf kommt er auf einen Wert von 1,7. Bouffier erreicht einen Wert von 1,2, SPD-Landeschef Schäfer-Gümbel von 0,8.

          Für die Umfrage befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Montag bis Mittwoch 1035 Wahlberechtigte. Der statistische Fehlerbereich liegt den Angaben zufolge bei einem Wert von 40 Prozent bei drei Prozentpunkten, bei einem Wert von zehn Prozent bei zwei Prozentpunkten. Diese Projektionswerte geben lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang dar.

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