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Landtagswahl : Hessischer Tango

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und sein SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel Bild: dpa

Bouffier hat es nicht so gut wie Merkel. Allein kann er nicht regieren. Aber eine regierungsfähige Gegenkoalition zeichnet sich ebenso wenig ab. Entscheidend wird sein, was die Grünen wollen.

          So hatten sich das Ergebnis weder CDU noch SPD in Hessen vorgestellt: Beide großen Parteien hatten darauf gesetzt, dass ihnen die ideologisch Abtrünnigen, die Linkspartei und die AfD, nicht einen Strich durch die Rechnung machen würden. Für die CDU ist diese Rechnung aufgegangen, für die SPD nicht. Die Linkspartei geht aus dieser Wahl stabiler hervor, als ihr das zugetraut worden war.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Für die SPD ist das ein Grund zum Ärger auch deshalb, weil sie diese Stabilität dadurch selbst verschuldet hat, dass sie den Linken-Wählern nicht signalisieren wollte: Eure Stimmen verhindern Rot-Grün, weil SPD und Grüne nicht mit der Linkspartei koalieren oder sonst zusammenarbeiten wollen. Stattdessen flüchtete sich ihr Spitzenkandidat Schäfer-Gümbel für den Notfall in das Düsseldorfer Szenario, also die bisherige als geschäftsführende Regierung.

          Für Volker Bouffier, den Ministerpräsidenten, der sich, ganz Landesvater, als hessisches Pendant zur Kanzlerin präsentierte, ist das ein Hoffnungsschimmer. Zwar musste auch er in der Wahlnacht noch einmal umdenken – sein Koalitionspartner ist ihm abhanden gekommen, was die Niederlage noch schlimmer aussehen lässt als die der CDU in Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

          Wankelmütige Grüne

          Die leichten Zugewinne reichten im Fall der Hessen-CDU nicht annähernd aus, um an eine absolute Mehrheit heranzureichen, wie es am Abend im Bund in greifbare Nähe geriet. Doch auch eine regierungsfähige Gegenkoalition zeichnet sich erst einmal nicht ab. Es könnte also in der Tat dazu kommen, dass Bouffier geschäftsführend weitermachen muss – in Hessen ist das nichts Neues.

          Wird es dann aber doch so kommen wie in Nordrhein-Westfalen? Hannelore Kraft hat es dort vorgemacht, wie die SPD scheinbar standfest gegen eine rot-rot-grüne Koalition in die Wahl ging, sich dann aber von wankelmütigen Grünen und einer nicht ganz so standfesten Bundes-SPD in das Experiment einer Tolerierung hineintreiben ließ. Sie hatte das Glück, dass sich die FDP in Düsseldorf als gelegentlicher Tanzpartner anbot.

          Doch der hessische Tango sieht anders aus. Hier könnten die Grünen gar noch so wankelmütig werden, dass sie auch vor einer schwarz-grünen Koalition nicht zurückschrecken. Die Verluste der Grünen sind allerdings so groß, dass sie Experimenten aus dem Wege gehen dürften. Aber nach dieser Wahl wirkt das ganz Neue schon wieder wie ein sicherer Hafen.

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