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Keine Stadt wie andere : Hamburg wählt sich selbst

Freitag vor der Wahl in Hamburg: 60.000 sind gekommen, sagen die Organisatoren, die Polizei spricht von bis zu 20.000 - in der ersten Reihe Greta Thunberg. Bild: Reuters

An diesem Sonntag wird die Hamburger Bürgerschaft gewählt. Die Stadt diskutiert, was sie ist, was sie bleiben und was sie werden will. Eine Geschichte über den Hafen, den Hundekot – und die Ungeduld.

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          „Die schönste Arbeit, die es neben der Spitze in der Bundespolitik gibt, ist die Führung eines Stadtstaates, ist es, Erster Bürgermeister in Hamburg zu sein“, sagt Klaus von Dohnanyi, und der muss es wissen. „Nirgendwo haben Sie sonst einen so breiten Einfluss auf alle politischen Ebenen, vom Bundesrat mit seinen bundespolitischen Themen bis hin zum Hundedreck in Hamburg“, sagt er. „Ich konnte an dem einen Tag in Bonn über Außenpolitik diskutieren, und als ich an einem anderen Tag mal die Hundesteuer in Hamburg erhöhen wollte, hatte ich plötzlich 500 Leute mit ihren Hündchen auf dem Rathaus-Markt, die da alles vollgekackt haben.“

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Dohnanyi sitzt auf dem Sofa in seinen Arbeitsräumen. Zwischen den Ästen und Sträuchern hinter den Fenstern geht langsam die Sonne unter. Ein wunderbares Haus ganz nah an der Alster, es ist eine der schönsten Ecken der Stadt. In der oberen Etage lebt Dohnanyi mit seiner Frau. Von 1981 bis 1988 war der SPD-Politiker Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Es war nach einer langen Karriere in der Politik sein letztes großes Amt. In seinen Arbeitsräumen sind viele Bücher, aber wenige Fotos, kaum etwas erinnert an seine Zeit im Bürgermeisterbüro. Nur sein altes Stehpult steht vor einem Bücherregal, das hatte man ihm zum Abschied geschenkt.

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