https://www.faz.net/-gpf-7zzsh

Nach Wahldebakel : Hamburgs CDU-Chef Weinberg tritt zurück

  • Aktualisiert am

Tritt nach dem Wahldebakel zurück: Marcus Weinberg Bild: dpa

Die Wahlniederlage der Hamburger CDU hat personelle Konsequenzen: Parteichef Weinberg räumt seinen Posten. Spitzenkandidat Wersich erhebt keinen ausdrücklichen Anspruch auf den Fraktionsvorsitz.

          Der Hamburger CDU-Vorsitzende Marcus Weinberg ist nach dem Debakel bei der Bürgerschaftswahl zurückgetreten. Weinberg habe den Landesvorstand über den Schritt informiert, sagte Parteisprecher Martin Wielgus am Mittwoch. Zuvor hatten der NDR und das „Hamburger Abendblatt“ darüber berichtet.

          Der gescheiterte Spitzenkandidat Dietrich Wersich ließ seine Zukunft zunächst offen. „In Verantwortung für das Wahlergebnis stelle ich keinen Anspruch auf eine bestimmte Funktion in der neuen Fraktion“, sagte der bisherige Fraktionschef der „Bild“-Zeitung. „Das gilt natürlich auch für den Fraktionsvorsitz.“

          Am Donnerstag wollen rund 200 Delegierte der Hamburger CDU auf einem Parteitag über das weitere Vorgehen beraten. Bei der Wahl am Sonntag war die Partei um sechs Punkte auf 15,9 Prozent abgesackt. Es war das schlechteste CDU-Ergebnis bei einer Landtagswahl seit 1959.

          Im NDR-Fernsehen sagte Weinberg jetzt: „Ich stelle das Amt des Landesvorsitzenden zur Verfügung, um die Partei schnellstmöglich wieder zu beruhigen und um eine sachliche Aufarbeitung zu gewährleisten.“ Das „Hamburger Abendblatt“ zitierte ihn mit den Worten: „Es gibt keine Taktiererei und kein Geeiere mehr. Ich sehe das als Befreiungsschlag für die Partei.“

          Sollte die Partei aus einer ihrer schwersten Krisen führen

          Vor knapp vier Jahren probte die Hamburger CDU den Neuanfang nach einer nahezu beispiellosen Wahlniederlage. Die Basis kürte in einer Mitgliederbefragung den ehemaligen Lehrer Marcus Weinberg zum Vorsitzenden. Zuvor war er bereits seit annähernd fünf Jahren stellvertretender CDU-Chef in Hamburg. Dann sollte der gebürtige Hamburger die Partei aus einer ihrer schwersten Krisen führen. Denn die CDU hatte seit dem Rücktritt von Bürgermeister Ole von Beust bei der Wahl fast die Hälfte ihrer Stimmen eingebüßt und war in Aufruhr.

          Während seiner vierjährigen Bundeswehrzeit bei der Panzerartillerie in Hamburg-Rahlstedt trat Weinberg 1989 der CDU bei. Sein erstes Abgeordnetenmandat übernahm er 1997 in der Bezirksversammlung Altona. Davor studierte er in Hamburg Geschichte, Politikwissenschaft und Pädagogik. Nach dem zweiten Staatsexamen im Jahr 2001 unterrichtete er an der Bonifatiusschule - einer katholischen Grund-, Haupt- und Realschule in Hamburg-Wilhelmsburg.

          Seit 2005 ist Weinberg Bundestagsabgeordneter und seit 2014 familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sowie Vorsitzender der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Zu seinen Leidenschaften zählt der Fußball. 2013 wurde er zum Kapitän des FC Bundestag gewählt. Weinberg lebt in einer festen Beziehung und hat einen Sohn.

          Weitere Themen

          Zieh’ Du zuerst!

          EU und der Brexit : Zieh’ Du zuerst!

          Wie reagiert die EU auf das Brexit-Chaos in London? Schon in der Vergangenheit hat man in Brüssel auf die Strategie gesetzt, lieber nicht den ersten Schritt zu machen.

          Wie kann es weitergehen? Video-Seite öffnen

          Brexit-Chaos in London : Wie kann es weitergehen?

          In Sachen Brexit herrscht Chaos. Wie kann es jetzt weitergehen? Es scheinen viele Wege möglich, eine Übersicht, welcher Weg wie wahrscheinlich ist, erfahren Sie im Video.

          Sie träumen von Amerika Video-Seite öffnen

          Allen Gefahren zum Trotz : Sie träumen von Amerika

          Von den Gefahren und den Grenzblockaden lassen sie sich nicht abhalten: Hunderte Flüchtlinge aus Honduras und El Salvador sind auf neuen Wegen unterwegs nach Amerika.

          Topmeldungen

          EU und der Brexit : Zieh’ Du zuerst!

          Wie reagiert die EU auf das Brexit-Chaos in London? Schon in der Vergangenheit hat man in Brüssel auf die Strategie gesetzt, lieber nicht den ersten Schritt zu machen.

          Schneller Schlau : Der Kampf ums Erdgas

          Es geht um viele Milliarden – und Deutschland ist einer der größten Importeure der Welt von Erdgas. Kein Wunder also, dass andere Länder mit harten Bandagen um Lieferverträge konkurrieren.

          Handball-WM im Liveticker : Deutschland kommt in Schwung

          Mit drei Punkten ziehen die Handballer in die WM-Hauptrunde ein. Im bedeutungslosen Spiel gegen Serbien läuft es zunächst nicht rund. Nun aber führt Deutschland. Verfolgen Sie das Spiel im Liveticker.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.