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Rot-Grün oder Grün-Rot? : Das erwartet Sie heute zur Bürgerschaftswahl in Hamburg

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Bisher Partner: Plakate von Grünen und SPD in Hamburg Bild: dpa

Die bisherigen Koalitionspartner SPD und Grüne kämpfen um die Macht im Rathaus und die FDP muss nach dem Eklat in Thüringen um den Wiedereinzug in die Bürgerschaft bangen. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Unser Programm im Überblick.

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          In Hamburg sind am Sonntag rund 1,3 Millionen Wahlberechtigte ab 16 Jahren aufgerufen, eine neue Bürgerschaft zu wählen. Die Wahllokale haben von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Ein Fünftel der Wahlberechtigten hat allerdings bereits Briefwahlunterlagen angefordert. Landeswahlleiter Oliver Rudolf rechnet mit einer höheren Wahlbeteiligung als bei der vorherigen Bürgerschaftswahl 2015. Er mache dies zum einen an den bisherigen Briefwahlzahlen fest, zum anderen an einem gestiegenen Interesse am Ablauf der Wahlen insgesamt.

          Um die 121 Sitze in der Hamburgischen Bürgerschaft bewerben sich 15 Parteien. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate sowie erfolgreiche Einzelkandidaten könnte die Zahl noch steigen.

          Die Bürgerschaftswahl ist nach derzeitigem Stand die einzige Wahl eines Landesparlaments in diesem Jahr und der erste Stimmungstest nach dem Eklat um die Wahl des thüringischen Ministerpräsidenten mit Stimmen von AfD und CDU. Auch für die neuen SPD-Bundesvorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans ist es die erste Landtagswahl seit ihrem Amtsantritt im vergangenen Dezember.

          Einzige rot-grüne Landesregierung

          Seit 2015 regieren SPD und Grüne in Hamburg in einer Koalition – es ist derzeit die einzige rot-grüne Landesregierung in Deutschland. Bürgermeister ist seit dem Wechsel von Olaf Scholz nach Berlin im Frühjahr 2018 Peter Tschentscher (beide SPD). Die Zusammenarbeit mit den Grünen verlief relativ geräuschlos. Doch zuletzt mauserte sich der Juniorpartner im Rathaus zum Konkurrenten auf Augenhöhe. Die bisherige Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank wollte die erste Frau an der Spitze der Stadtregierung werden – Hamburg sollte nach Baden-Württemberg das zweite Bundesland unter grüner Führung werden.

          Doch in den letzten Wochen vor der Wahl lag die SPD in den Umfragen wieder mit Abstand vorne. Umfragen von Infratest dimap im Auftrag der ARD und der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF sahen sie bei 38 beziehungsweise 39 Prozent. Die Sozialdemokraten dürften am Sonntag also klar als stärkste Kraft bestätigt werden, trotz Stimmenverlusten im Vergleich zu 2015 (45,6 Prozent). Selbst die Berichte über die Cum-Ex-Geschäfte der Warburg-Bank und einen angeblichen Verzicht der Stadt auf eine Rückforderung gegen diese in Höhe von 47 Millionen Euro – damals, 2016, war Tschentscher unter Scholz Finanzsenator – wirkten sich offenbar nicht nachhaltig aus.

          Die Grünen lagen in den Umfragen von ARD und ZDF bei 23 beziehungsweise 24 Prozent, die CDU bei 14 beziehungsweise 12 Prozent. Die Linke kam auf 8 beziehungsweise 8,5 Prozent, die AfD lag jeweils bei sechs Prozent. Eng dürfte es für die FDP werden. Nach dem Eklat um die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen kam sie auf 4,5 beziehungsweise 5 Prozent und könnte den Wiedereinzug in die Bürgerschaft somit knapp verpassen.

          Die F.A.Z. informiert sie aktuell und in der Tiefe

          Kann die SPD das Rathaus verteidigen? Wie gut schneiden die Grünen mit ihrer Spitzenkandidatin Katharina Fegebank ab? Die F.A.Z. bietet Ihnen am Sonntag und Montag ein umfangreiches Programm zur Bürgerschaftswahl und ihren Folgen. Wer die Wahl in Echtzeit verfolgen will, erfährt alles aktuell Wichtige am Nachmittag in unserem Liveblog.

          Warum die SPD und Hamburg eine besondere Geschichte verbindet und die Aussichten des amtierenden Ersten Bürgermeisters Peter Tschentscher bestens sind, lesen Sie in diesem Text von F.A.Z.-Korrespondent Matthias Wyssuwa. Tschentschers Trumpf im Ärmel ist die Wohnungsbaupolitik, berichten F.A.S.-Redakteurin Corinna Budras und F.A.Z.-Korrespondent Christian Müßgens. Hier geben wir Ihnen einen Überblick über die Themen, die die Hamburger außer der Wohnungsfrage sonst noch umtreiben.

          Wie es passieren konnte, dass die Grünen mit Katharina Fegebank wohl doch nur zweiter Sieger werden, beschreibt Matthias Wyssuwa. Wieso der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) die Grünen oft für „politisch feige“ hält, lesen Sie in diesem Interview. Warum die Fortsetzung des rot-grünen Bündnisses nicht unbedingt Gutes für den Hafen und die Wirtschaft bedeutet, analysiert Christian Müßgens.

          Wie schwierig ist der Wahlkampf für die FDP nach den Ereignissen in Thüringen geworden? Tim Niendorf hat die Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Ria Schröder, für die F.A.Z. Woche begleitet. Warum der CDU in der Hansestadt ein bitterer Wahlabend droht, können Sie hier nachlesen. Wie sich die AfD in Hamburg in den vergangenen Jahren gewandelt hat, erklärt dieser Text.

          Parallel dazu bekommen Sie bei uns neue Nachrichten, Analysen, Hintergründe und – nach der Schließung der Wahllokale – auch Kommentare zum Ausgang der Wahl. Hinzu kommen aktualisierte Grafiken und Videos mit den wichtigsten Szenen des Wahltages. Einen schnellen Überblick bietet Ihnen auf unserer Themenseite zur Wahl in Hamburg.

          In Hamburg ist das F.A.Z.-Team mit den Parteien auf Tuchfühlung, beobachtet die entscheidenden Momente nach den Prognosen um 18 Uhr und berichtet über die Folgen, die sich angesichts der Wahlergebnisse abzeichnen.

          Am Montagvormittag versorgt Sie die Redaktion mit vertiefenden Informationen zum Wahlergebnis. Alle wichtigen Nachrichten, Analysen und Kommentare finden Sie zudem wie gewohnt in der Montagsausgabe der F.A.Z. (digital als E-Paper oder in der F.A.Z. Edition ab Sonntag, 20 Uhr).

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