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DUP-Vorsitzende Arlene Foster : Die Königinnenmacherin

Hat gerade gut lachen: die DUP-Vorsitzende Arlene Foster Bild: dpa

Die DUP-Vorsitzende Arlene Foster könnte über Theresa Mays politisches Schicksal entscheiden. Doch Foster ist nicht unumstritten: Sie gilt als ultrakonservativ – und war in ihrer politischen Heimat Nordirland in einen Skandal verstrickt.

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          Man konnte ihr die Freude ansehen am Morgen nach der Wahl. Arlene Foster war es nicht nur gelungen, zwei Wahlkreise mehr für ihre Partei, die Democratic Unionist Party (DUP), zu gewinnen; sie war zudem in die Rolle der Königsmacherin geraten – besser der Königinnenmacherin. Gerne sei sie dazu bereit, Gespräche mit Theresa May aufzunehmen, sagte sie in Belfast, noch bevor die Premierministerin in London überhaupt bekanntgegeben hatte, ob sie nach ihrem enttäuschenden Wahlergebnis im Amt bleiben will.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Manche bezeichnen Foster schon als die mächtigste Frau in Westminster. Das ist nicht ganz falsch, wenn man bedenkt, dass May ohne die DUP über keine Mehrheit verfügt. Man mag es als Zeichen bewerten, dass am Wochenende nicht Foster nach London reiste, sondern eine Unterhändler-Delegation Mays nach Belfast. Dort einigte man sich auf Grundzüge eines „Confidence and Supply Deal“: die Unterstützung einer konservativen Minderheitsregierung. Demnach soll wohl die DUP in Vertrauensvoten und Haushaltsabstimmungen mit der Regierung stimmen.

          Mit dem Nordirland-Konflikt aufgewachsen

          Bis Januar war Foster „First Minister“ in Nordirland gewesen. Dann zog sich ihr Regierungspartner, die nationalistische Sinn Fein, aus dem „Power Sharing Agreement“ zurück und erzwang Neuwahlen. Seither können sich die beiden Parteien nicht auf eine neue Zusammenarbeit verständigen. Demnächst muss der Nordirland-Minister in London entscheiden, ob eine weitere Wahl angesetzt oder ob Westminster per Dekret in Nordirland regieren wird. Auf diese Entscheidung hat Foster nun noch mehr Einfluss als vorher.

          Schon früh wurde Foster in den blutigen Kampf zwischen Nationalisten und Unionisten hineingezogen. Sie war noch Kind, als ihr Vater, ein Reservist der Royal Ulster Constabulary, ein Attentat überlebte. Ein paar Jahre später kam sie selbst nur knapp mit dem Leben davon. Die IRA verübte einen Bombenanschlag auf ihren Schulbus – der Fahrer gehörte dem Ulster Defence Regiment an.

          Bangt um ihr Amt: Theresa May (rechts) mit Arlene Foster

          Gleich nach dem Studium in Belfast trat Foster, die 1970 im County Fermanagh geboren wurde, in die Ulster Unionist Party (UUP) ein, die damals einflussreichste Kraft der protestantischen Unionisten. Nur ein Jahr nachdem sie für die UUP ins nordirische Parlament eingezogen war, wechselte sie zur DUP, die von dem Fundamentalisten Ian Paisley gegründet worden war. Dessen Nachfolger Peter Robinson beförderte ihre Karriere. Sie diente als Umweltministerin und leitete – bis zu ihrem Aufstieg zum „First Minister“ – das Wirtschaftsressort. In diesem verantwortete sie ein Förderprogramm für erneuerbare Energien, das dem systematischen Missbrauch anheimfiel – ein Skandal, der bis heute untersucht wird und die momentane Krise in Nordirland mit heraufbeschwor.

          Foster fühlt sich dem ultrarechten Flügel der Tories nah. Die DUP unterstützt einen harten Brexit, stemmt sich gegen gesellschaftliche Liberalisierungen. Abtreibung und Schwulenehe lehnt sie ab. Dass sie May in diesen Fragen auf einen konservativeren Kurs zwingen will, ist unwahrscheinlich. Eher wird Foster versuchen, in London mehr Geld für Nordirland lockerzumachen.

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