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Unterhauswahl : Cameron im Glück

  • Aktualisiert am

Premierminister David Cameron am Freitag in seinem Wahlkreis Witney in Oxfordshire. Bild: Reuters

Der konservative britische Regierungschef darf weiter regieren – vermutlich sogar ohne Koalitionspartner. Seine Gegner haben herbe Niederlagen erlitten. Eine ganze Reihe von Rücktritten steht bevor. Vor allem die politische Karriere von Labour-Chef Ed Miliband dürfte vorerst beendet sein.  

          Der neue britische Regierungschef wird der alte sein: Die konservative Partei von Premierminister David Cameron hat in der Unterhauswahl deutlich zugelegt. Laut einer Hochrechnung der BBC können sich die Torys nun sogar auf eine eigene Mehrheit stützen. Damit wäre Cameron nicht einmal mehr auf seinen bisherigen Koalitionspartner, die Liberaldemokraten, angewiesen. Die „Lib Dems“ stürzten in der Wählergunst dramatisch ab. Sie verloren etwa 49 ihrer 57 Mandate. Parteichef Nick Clegg sprach von einer „grausamen und bestrafenden“ Nacht und kündigte eine Stellungnahme zu seiner politische Zukunft an. Er dürfte noch heute seinen Rücktritt bekanntgeben.

          Der BBC-Hochrechnung zufolge kommen die Torys auf 329 der 650 Parlamentssitze. Das würde für eine komfortable eigene Mehrheit reichen, zumal wenn die gewählten Abgeordneten der nordirischen Sinn-Fein-Partei ihre Sitze wieder nicht einnehmen sollten, wie es mittlerweile zur Tradition geworden ist.

          Camerons Herausforderer Ed Miliband kommt mit seiner sozialdemokratischen Labour-Partei demnach auf 235 Sitze. Er gestand seine Niederlage indirekt ein. „Wir haben nicht die Gewinne in England und Wales erreicht, die wir erhofft hatten“, sagte der Parteivorsitzende. Britische Kommentatoren rechneten am Freitag mit einem baldigen Rücktritt Milibands.

          Enttäuschung macht sich auch bei der EU-feindlichen United Kingdom Independence Party (Ukip) breit. Ihr werden nur zwei Mandate vorausgesagt – deutlich weniger als die erhofften zehn. Zuletzt blieb sogar noch unklar, ob ihr Vorsitzender Nigel Farage seinen Sitz verteidigen kann. Für den Fall, dass ihm das nicht gelingen wird, hatte auch er seinen Rücktritt angekündigt.

          Zu den großen Gewinnern zählt hingegen die Schottische Nationalpartei (SNP), die nur in Schottland antrat. Sie gewann 56 der 59 dort zu vergebenden Sitze. Die SNP stellt künftig auch die jüngste Unterhausabgeordnete seit 1667: Die erst zwanzig Jahre alte Politikstudentin Mhairi Black vertrieb sogar ein politisches Schwergewicht der Labour-Partei aus dessen Wahlkreis, den Wahlkampfmanager und Schatten-Außenminister Douglas Alexander.

          Die britische Unterhauswahl ist damit schneller entschieden als erwartet. Meinungsumfragen hatten noch bis kurz vor Öffnung der Wahllokale einen deutlich knapperen Ausgang nahegelegt.

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