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Terror in Großbritannien  : Das Ende der falsch verstandenen Toleranz

Theresa May bei ihrer Rede in Downing Street Bild: AP

Genug ist genug, sagte May nach dem Anschlag. Tatsächlich ist es höchste Zeit, die Indoktrination mit islamistischem Gedankengut wirkungsvoll zu bekämpfen.

          Zum dritten Mal in drei Monaten musste Theresa May vor die Tür ihres Amtssitzes treten und einen Terroranschlag kommentieren. Diesmal klang sie anders. Niemand solle und dürfe sich vormachen, dass es so weitergehen könne, sagte die Premierministerin, und kündigte Maßnahmen an, die weit über die Aufrüstung der Sicherheitskräfte hinausgehen. „Viel zu viel Toleranz gegenüber dem Extremismus” gebe es in der Gesellschaft, stellte May fest – und erwähnte nicht von ungefähr die „segregierten” islamischen Communities im Land. Ist das nun der Effekt, den sich die Terroristen angeblich wünschen – dass sie die Agenda diktieren und Zwietracht in den liberalen westlichen Gesellschaften säen?

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Manche werden das so sehen und Mays „Genug ist genug!” als unbedachte Wutrede kritisieren. Aber viele dürften der Premierministerin auch dankbar sein, dass sie die Dinge beim Namen nennt und der Hilflosigkeit so vieler Post-Terror-Erklärungen eine neue Wehrhaftigkeit entgegenstellt. Es ist höchste Zeit, die Indoktrination mit islamistischem Gedankengut wirkungsvoll zu bekämpfen: im Internet, aber auch im wirklichen Leben. Der religiöse Extremismus müsse „robuster identifiziert und ausgemerzt” werden, verlangt May. Wo genau das anfängt, ob bei der Burka, bei den Scharia-Gerichten im Hinterhof oder erst bei der geäußerten Sympathie für Gewalt gegen „Ungläubige”, wird noch vieler Diskussion bedürfen. Wichtig ist, dass sie beginnen.

          1) Lieferwagen überfährt Passanten auf der London Bridge 2) Lieferwagen hält 3) Angreifer erstechen Menschen auf dem Borough Market 4) Angreifer werden von der Polizei beschossen und getötet

          Die Behauptung, es handle sich bei den Terroristen um Wirrköpfe, die nichts und niemanden repräsentierten, ist gut gemeint. Niemand kann Interesse daran haben, die großen muslimischen Gemeinschaften unter Generalverdacht zu stellen, schon weil ohne deren Mithilfe den im Westen heimisch gewordenen Dschihadisten – in Britannien zählt man 23.000 – nicht beizukommen ist. Aber man darf nicht die Augen davor verschließen, dass sich die überwältigende Mehrheit der Terroristen auf „diese eine böse Ideologie des islamistischen Extremismus” (May) bezieht. Schon vermeintlich harmlose Verständnisbekundungen, ob in Wort, Schrift oder Symbolik, gehören verfolgt.

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