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Vereinigtes Königreich : „Ich kann immer noch Premierminister werden“

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Bleibt optimistisch: Oppositionsführer Jeremy Corbyn Bild: AP

Der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn glaubt nach wie vor daran, eine May-Regierung verhindern zu können. Unterdessen stellt sich Außenminister Boris Johnson hinter Theresa May – und äußert sich zu Putschgerüchten.

          Nach der Wahl in Großbritannien gibt der Chef der britischen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, noch nicht auf.  „Ich kann immer noch Premierminister werden. Das geht noch. Absolut,“ sagte er  der britischen Zeitung „Sunday Mirror“. Oppositionsführer Corbyn warf Theresa May vor, jede Glaubwürdigkeit verspielt zu haben.

          Seine Partei hatte in der Parlamentswahl zwar Sitze hinzugewonnen, liegt aber weiterhin hinter der konservativen Tory-Partei. Wie er eine Mehrheit im Parlament bekommen will, ist allerdings unklar.

          Noch keine Einigung zwischen Mays Konservativen und DUP

          Die britische Premierministerin Theresa May muss derweil weiter um die Unterstützung der kleinen nordirischen DUP buhlen. Die protestantische und unionistische Partei teilte am Sonntag mit, noch keine Einigung zur Unterstützung von Mays Konservativen im Parlament erzielt zu haben. „Die bisherigen Gespräche waren positiv.“ Die Diskussionen würden allerdings in der nächsten Woche fortgesetzt, um eine Vereinbarung zu erreichen.

          Mays Büro äußerte sich am Sonntag jedoch deutlich zurückhaltender als zuvor. Die Premierministerin habe mit der DUP gesprochen, um eine Vereinbarung zu erzielen, bevor das Parlament nächste Woche wieder zusammenkommt. Eine Verständigung wäre zu begrüßen, weil sie für Stabilität im Land stünde. Sobald die Details geklärt seien, würden die beiden Parteien sie verkünden.

          May: Brexit-Verhandlungen können wie geplant starten

          Mays Büro hatte am Samstagabend noch gemeldet, es gebe im Grundsatz eine Verständigung. Die DUP habe zugesagt, bei wichtigen Abstimmungen für die Regierung zu stimmen. Diese verfügt nach der Wahlschlappe vom vergangenen Donnerstag nicht mehr über die absolute Mehrheit im Unterhaus. Acht Stimmen fehlen May, die DUP hat zehn Mandate.

          May wollte sich mit der vorgezogenen Parlamentswahl eigentlich Rückendeckung für die anstehenden Brexit-Verhandlungen holen. Sie lag in Umfragen einst deutlich vorne, verlor im Wahlkampf aber immer mehr an Boden. Jetzt will May eine Minderheitsregierung anführen, die von der DUP geduldet werden soll. Eine formale Koalition ist nicht geplant.

          Das May-Büro teilte zudem mit, die Premierministerin habe Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Telefonat am Samstag zugesichert, dass die Verhandlungen über die Details des geplanten EU-Austritts in den nächsten Wochen starten könnten. Der 19. Juni ist eigentlich als Starttermin vorgesehen, gilt aber nach dem britischen Wahlergebnis als unsicher.

          Außenminister Johnson dementiert Putschgerüchte

          Außenminister Boris Johnson stellte sich unterdessen hinter die angeschlagene Premierministerin. „Ich unterstütze Theresa May“, twitterte der Brexit-Hardliner unter den Konservativen. Zuvor hatten „Sunday Times“ und „Mail on Sunday“ berichtet, mehrere andere Minister hätten Johnson aufgefordert, sich für einen Sturz der Regierungschefin einzusetzen.

          Er dementiert einen Bericht, er wolle sie ablösen. „Mail on Sunday Mist – ich stehe hinter Theresa May. Machen wir uns wieder an die Arbeit“, schrieb Johnson auf Twitter. Die Sonntagsausgabe der den Konservativen nahestehenden Boulevardzeitung „Daily Mail“ berichtete, Johnsons Team bereite bereits seine Kandidatur vor. Solange May im Amt sei, werde er aber nicht handeln.

          Nach dem Rücktritt des ehemaligen Premierministers David Cameron hatte Johnson bereits als Favorit für dessen Nachfolge an der Parteispitze gegolten, hatte sich aber überraschend nicht zur Wahl gestellt.

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