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Herausforderer Miliband : „Eine sehr enttäuschende Nacht für Labour“

Ed Miliband in der Wahlnacht in seinem Wahlkreis Doncaster. Bild: Reuters

Die massiven Verluste von Labour vor allem in Schottland sind eine herbe Enttäuschung für den Spitzenkandidaten Ed Miliband. Schon in der Wahlnacht wurden die ersten Rücktrittsforderungen laut.

          Die ersten Ergebnisse der Unterhauswahl in Großbritannien sind eine Enttäuschung für Labour. Zwar konnten die Sozialdemokraten in England und Wales viele Sitze halten, doch hat die schottische Nationalpartei SNP in Schottland fast alle Sitze erobert. Bis auf Edinburgh South könnten dort alle Sitze in die Hände der Nationalisten fallen. Damit könnte die bitterböse Bemerkung aus der vorigen Wahlperiode, in Schottland gebe es mehr Affen als Tory-Abgeordnete  – nämlich einen Tory und zwei Affen (im Zoo von Edinburgh) –, nun sowohl auf Torys als auch auf Labour zutreffen. Denn der Konservative David Mundell konnte seinen Sitz verteidigen.

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Die massiven Verluste im Norden könnten Labour-Führer Ed Miliband auch seine Position kosten, gibt es doch schon erste Forderungen nach seinem Rücktritt. Auch wenn die Labour-Führungsriege solche Forderungen bislang herunterspielt, scheint seine Zukunft fraglich. Es sei „eine sehr enttäuschende Nacht für Labour“, sagte Milliband.

          David Cameron hingegen, der Ministerpräsident von den Torys, kann sogar darauf hoffen, nun ohne Koalitionspartner weiter zu regieren. Im Parlament könnten ihm auch weniger als die rechnerische Mehrheit von 326 Sitzen reichen, da die Abgeordneten der nordirischen Partei Sinn Fein, die schon drei Mandate für sich verbuchen kann, ihre Sitze im Unterhaus traditionell nicht einnehmen.

          Für die Torys hängt es nun davon ab, dass die Liberaldemokraten nicht allzu viele Sitze an Labour verlieren.  Dass die „Lib Dems“ verlieren ist hingegen ausgemachte Sache. Die Prognose von 10 Sitzen würde einen Verlust von 47 Sitzen bedeuten. Nach der bisherigen Auszählung der Wahlkreise konnte die Partei sechs Sitze halten. Und auch Camerons Stellvertreter Nick Clegg, der Chef der Liberaldemokraten, wird nach dem Gewinn seines Wahlkreises in Sheffield wieder ins Parlament einziehen.

          Dort trifft er unter anderem auf den bisherigen Londoner Bürgermeister Boris Johnson, der seinen Wahlkreis ebenso gewonnen hat wie der ehemalige Führer der SNP, Alex Salmond. Auch der von den Torys zur rechtspopulistischen Ukip übergelaufene Douglas Carswell wird wieder dabei sein.

          Ansonsten sieht es für die Ukip nicht so gut aus, wie die Partei es sich erhofft hatte. Nur ein Sitz bislang ist weit weniger als die zehn erhofften. Ob Ukip-Chef Nigel Farage seinen Wahlkreis in South Thenet erobern kann, ist noch nicht klar. Auch seine Position in der Partei könnte er aufgeben, falls er nicht ins Parlament einzieht.

          Bislang scheint es außer von den Liberaldemokraten weg und zur SNP keine großen Wählerwanderungen gegeben zu haben. Labour und Torys können die Mehrzahl ihrer Sitze in England und Wales halten, und auch in Nordirland können die Regionalparteien den Großteil ihrer Sitze behaupten.

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