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Vor Parlamentswahl : Künftige Regierungskoalition Macrons in der Krise

Will eine Regierungskoalition mit den Zentristen: Der neue französische Präsident Emmanuel Macron Bild: AP

Die Kandidaten-Liste, mit der Emmanuel Macron die Parlamentswahl gewinnen will, hat für einen Eklat gesorgt. Bei der verspäteten Vorstellung kam es zu etlichen Pannen.

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          In Paris ist noch vor der Amtseinführung des neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron an diesem Sonntag eine Krise in der künftigen Regierungskoalition ausgebrochen. Der wichtigste Bündnispartner Macrons, der Zentrist François Bayrou, bezeichnete die Kandidatenauswahl für die Parlamentswahlen im Juni als „Manipulationsversuch zugunsten der Sozialisten“. Die Liste habe nicht die „Zustimmung“ seiner Partei. Der Generalsekretär der Bewegung, Richard Ferrand, hatte am Donnerstag 428 Kandidaten vorgestellt, die unter dem Etikett „République en marche“ in den Wahlkampf ziehen sollen. Bei der verspäteten Vorstellung kam es zu etlichen Pannen. In der ersten veröffentlichten Liste wurden Dutzende Namen von Kandidaten aufgeführt, die sich nicht beworben hatten oder nicht für den Wahlkampf zur Verfügung stehen.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Bayrous Zorn ist darauf zurückzuführen, dass er mit 120 Kandidaten für seine Modem-Partei rechnete, jedoch nur 38 ausgewählt wurden. Bayrou sagte, das verstoße gegen die Abmachungen, die er mit Macron getroffen habe. „Das zeugt von einem amateurhaften Vorgehen“, empörte sich Bayrou. Der frühere Präsidentschaftskandidat Bayrou, der bei den Wahlen 2007 auf 18 Prozent kam, war Macron im Februar zur Hilfe geeilt, als dieser eine Flaute im Wahlkampf erlebte. Das Bündnis verstärkte die Glaubwürdigkeit von Macrons parteiübergreifendem Ansatz.

          In der Wahlkampfzentrale Macrons bemühte sich der Stab um den gewählten Präsidenten am Freitag um eine Entschärfung des Konflikts. Ein Berater Macrons sagte „Le Monde“ anonym, Bayrou habe sich als „unerträglich“ in den Verhandlungen erwiesen. „Wir wollen einen gemeinsamen Weg mit François Bayrou gehen“, sagte Generalsekretär Ferrand. „Wir werden eine friedliche Lösung finden“, sagte der sozialistische Abgeordnete Christophe Castaner, der sich frühzeitig Macron angeschlossen hatte. Bayrou hat eine Krisensitzung seines Parteivorstandes einberufen. Er drohte damit, sollte es keine Einigung geben, „müssen die Wähler die Frage des Machtwechsels entscheiden“. Macron will am Montag zu einem Antrittsbesuch zu Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin reisen.

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