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Wahl in Frankreich : Hohe Wahlbeteiligung zeichnet sich ab

An der Wahlurne: der unabhängige Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron in Le Touquet Bild: EPA

Seit acht Uhr sind die Wahllokale in Frankreich geöffnet, auch die vier aussichtsreichsten Kandidaten haben bereits abgestimmt. Wer kommt in die Stichwahl? Selten waren so viele Franzosen kurz vor der Wahl noch unschlüssig.

          Die wichtigsten französischen Präsidentschaftskandidaten haben schon am Sonntagvormittag gewählt, Emmanuel Macron in dem mondänen Seebad Le Touquet, Marine Le Pen in der Arbeiterstadt Hénin-Beaumont, François Fillon in der Hauptstadt Paris und Benoît Hamon in dem Banlieue-Ort Trappes. Später ging auch der Kandidat des „Unbeugsamen Frankreich“, der linke Volkstribun Jean-Luc Mélenchon ins Wahllokal. Der scheidende sozialistische Präsident François Hollande ließ sich in seiner Wahlheimat Tulle im Département Corrèze beim Urnengang filmen.

          Wird sie in die Stichwahl kommen? Marine Le Pen in einem Wahllokal in  Henin-Beaumont Bilderstrecke
          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Bei dieser Wahl steht viel auf dem Spiel: Zum ersten Mal könnten sich gleich zwei Populisten vom rechten und vom linken Parteienrand für die entscheidende Stichwahlrunde am 7. Mai qualifizieren. Den französischen Wahlberechtigten bliebe dann die Wahl zwischen einer Europagegnerin von rechts und einem Europagegner von links. Le Pen hat den Wählern versprochen, Frankreich über ein Referendum aus der EU und der Euro-Zone zu führen. Mélenchon gibt vor, zunächst über eine „andere EU“ als Ausgabenunion mit unbegrenzter Staatsverschuldung verhandeln zu wollen und erst in einem „Plan B“ den „Frexit“ vorzusehen. In den letzten Wahlkampftagen waren beide Kandidaten bemüht, ihre Frexit-Pläne nicht in den Vordergrund zu stellen, da diese Perspektive die meisten Franzosen besorgt.


          Wahl in Frankreich

          Der erste Wahlgang stand unter einem hohen Sicherheitsaufgebot wegen der erhöhten Terrorgefahr. Vor den meisten Wahllokalen standen bewaffnete Soldaten oder Polizisten. Die Wahllokale sind seit 8 Uhr geöffnet und werden erst um 19 Uhr schließen, in den großen Städten um 20 Uhr.

          In vielen Überseegebieten wie in La Réunion, Martinique, Guadeloupe und Französisch-Guyana begann die Wahl schon am Samstag. Etwa 50.000 Polizisten und Gendarmen sowie rund 7000 Soldaten sind zur Absicherung der Wahl im Einsatz. Fast 47 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, den künftigen Präsidenten zu bestimmen. Zur Wahl stehen elf Kandidaten. Vier von ihnen haben nach Umfragen realistische Chancen, unter die beiden  Bestplazierten zu kommen und damit in die Stichwahl am 7. Mai einzuziehen: Der parteilose Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, die Rechtspopulistin Marine Le Pen, der Konservative François Fillon und der Linkspartei-Gründer Jean-Luc Mélenchon.

          Anders als in Deutschland sind in Frankreich am Wahltag keine Umfragen erlaubt. Die ersten Hochrechnungen stützen sich deshalb auf die Auswertung von Wahlzetteln, die stichprobenartig erhoben werden. Auf den sozialen Netzwerken warnten die führenden Meinungsforscher davor, sogenannten Wahlbüro-Umfragen Glauben zu schenken, da es diese nicht gebe.

          Selten waren so viele Franzosen kurz vor dem Wahltag noch unschlüssig gewesen. Ein Drittel gab an, sich erst im Wahllokal festlegen zu wollen. Deshalb übten sich die Umfrageinstitute in besonderer Vorsicht.

          Auch über die Wahlbeteiligung herrschte Unsicherheit. Traditionell ist die Wahlbeteiligung bei Präsidentenwahlen besonders hoch und liegt um die 80 Prozent. Zur Mittagszeit lag die Wahlbeteiligung mit 28,54 Prozent sogar leicht über dem Wert im ersten Wahlgang 2012 (28,29 Prozent). 2007 hatte die Wahlbeteiligung zur Mittagszeit jedoch bei 31,21 Prozent gelegen.

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