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Linke Aktivisten : „Wer schweigt, stimmt zu“

  • -Aktualisiert am

Protest gegen AfD und Rechtsextremismus: Linke Gruppen Mitte August in Potsdam Bild: Daniel Pilar

Linke Gruppen in Brandenburg haben Zulauf, vor allem junge Menschen engagieren sich immer mehr. Das liegt an den hohen Umfragewerten der AfD.

          5 Min.

          Es ist ein sonniger, kühler Sonntagvormittag im Potsdamer Stadtteil Babelsberg. Kaum ein Auto ist unterwegs, das Viertel ruhig. Vor einem Asia-Imbiss fegt eine Frau Blätter in den Rinnstein, ein junger Mann schlendert mit einem Baguette unter dem Arm aus einer Bäckerei. Auf einem kahlen Platz hinter dem S-Bahnhof versammeln sich ein paar junge Leute, erst eine Handvoll, dann zehn, zwanzig, sie begrüßen sich, viele kennen einander. Schließlich, gegen Mittag, sind es ein paar hundert mit eingerollten Transparenten in den Händen, viele von ihnen schwarz gekleidet, mit buntgefärbten Dreadlocks, raspelkurzen Ponys oder gleich ganz geschorenen Haaren.

          Susanne Kusicke

          Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Angesichts der Umfragewerte für die AfD vor der Landtagswahl am 1. September in Brandenburg hat das linke Bündnis „Rotes Potsdam“ zu einer Demonstration gegen „Rechtsruck und für eine solidarische Gesellschaft“ aufgerufen. Schon seit Wochen liegt die AfD in Wahlumfragen deutlich vor SPD, CDU und Linkspartei; jüngste Erhebungen sahen sie bei 21 Prozent, zwischenzeitlich wurden ihr sogar bis zu 23 Prozent der Stimmen vorhergesagt. Mitte August schrieb der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) höchst alarmiert in einer Rundmail an die Parteimitglieder, dass es „kein Schreckgespenst ist, das wir an die Wand malen, sondern ein AfD-Sieg bittere Realität werden kann“.

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