https://www.faz.net/-gpf-9qdyr

Landtagswahl in Brandenburg : Enge Kontakte von AfD-Kandidat zu rechtsextremer Szene?

  • Aktualisiert am

AfD-Vorsitzender Andreas Kalbitz beim Wahlkampfauftakt in Brandenburg. Wie eng war er mit der rechtsextremen Szene vernetzt? Bild: dpa

Zwei alte E-Mails sollen den Kontakt des AfD-Spitzenkandidaten Kalbitz zur NPD, der rechtsextremen Gemeinschaft Deutscher Frauen und zur verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend belegen.

          1 Min.

          Der Brandenburger AfD-Landeschef Andreas Kalbitz war offenbar enger mit der rechtsextremen Szene vernetzt als bislang bekannt. Das legen zwei E-Mails nahe, die der Zeitschrift „Spiegel“ vorliegen.

          Am 12. Mai 2009, sechs Wochen nachdem die rechtsextreme Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) vom Bundesinnenministerium verboten worden war, bekam Kalbitz eine E-Mail von Sebastian Räbiger, dem letzten „Bundesführer“ der HDJ. Neben Kalbitz erhielten nur sechs weitere Personen die E-Mail, darunter Führungskräfte der HDJ, eine Frau von der rechtsextremen Gemeinschaft Deutscher Frauen und ein NPD-Mann. Außerdem ging die Mail an eine Adresse, die offenbar mit der „Deutschen Stimme“ zu tun hat, der Zeitschrift der NPD. Bislang hatte Kalbitz behauptet, er sei bei einem HDJ-Lager nur „als Gast“ gewesen, „mutmaßlich, um mir das mal anzuschauen“.

          In der E-Mail schrieb der „Bundesführer“: „moin, für die, die es interessiert. mittwoch 19-21 Uhr www.netzradio-germania.de noch ein paar dinge zur hdj und zum drum herum.“ Er hoffe, dass „nichts wichtiges geschnitten wurde, gruß s“. In dem Radiobeitrag erzählt Räbiger, dass alle Mitglieder „aus dem nationalen Lager“ stammten, man nicht an Schulen oder sonst irgendwo geworben habe. Zu der E-Mail sagte Kalbitz auf Anfrage der Zeitschrift: „Mir ist eine entsprechende Mail von vor zehn Jahren nicht bekannt.“

          Außerdem erhielt Kalbitz am 10. August 2008 eine E-Mail von Horst Mahler. Der Rechts­extremist hat die NPD als Anwalt im Verbotsverfahren vertreten und später die „Verkündung der Reichsbürgerbewegung“ veröffentlicht. In der E-Mail berichtet er von seinem ersten Prozesstag. Mahler stand damals wegen Holocaust-Leugnung vor Gericht. Bis heute sitzt er unter anderem deswegen in Haft.

          Der Verteiler der Mail umfasst 276 Adressen, viele von der NPD, andere mit rechtsextremen Wortspielen oder Kürzeln. „Von einer E-Mail von Herrn Mahler vor elf Jahren weiß ich nichts“, sagte Kalbitz gegenüber der Zeitschrift. „Ich habe keinerlei Kontakt mit Horst Mahler und distanziere mich schärfstens von den von ihm aufgestellten Thesen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Das Symbol der Türkei, weißer Halbmond und Stern auf rotem Untergrund.

          Syrien-Konflikt : Gut so, Wolfsburg!

          In der Türkei können VW und andere auch später noch Werke bauen – aber erst, wenn dort wieder Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Friedfertigkeit gelten.
          Sogenannte Fußballfans in Bulgarien, einem „der tolerantesten Länder der Welt“?

          Gegen den Hass : Die Strafen müssen weh tun

          Im Fußball hat sich ein Klima entwickelt, in dem sich Rassisten und Nazis ungeniert ausleben. Sanktionen schlugen bislang fehl. Ohne Punktabzüge und Disqualifikationen wird es nicht gehen. Aber selbst das reicht nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.