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Nach Wahl in Berlin : Parlamentarier mit Migrationshintergrund unterrepräsentiert

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Einer von zwei schwarzen Abgeordneten: Der SPD-Abgeordnete Karamba Diaby im Bundestag. Bild: Matthias Lüdecke

Wer repräsentiert wird, fühlt sich stärker in das politische System eingebunden: Die Zahl der Migranten wächst, unter Politikern machen sie immer noch einen geringen Anteil aus – das zeigt sich auch im Abgeordnetenhaus in Berlin.

          Im neuen Berliner Abgeordnetenhaus sind Menschen mit Migrationshintergrund einer Umfrage zufolge deutlich unterrepräsentiert. Nur rund neun Prozent der künftigen Parlamentarier, das heißt 15 der 160 gewählten Abgeordneten, haben demnach einen Migrationshintergrund, erklärte der Mediendienst Integration am Donnerstag in Berlin unter Berufung auf eine eigene Befragung bei den Parteien und Fraktionen. In der Berliner Gesamtbevölkerung liege der Migrationsanteil dagegen bei rund 28 Prozent.

          Den Angaben zufolge haben in der SPD sieben der 38 künftigen Parlamentarier im Abgeordnetenhaus einen Migrationshintergrund (18,4 Prozent). Bei den Grünen seien es fünf von 27 Abgeordneten (18,5 Prozent). Bei der Linken habe ein Abgeordneter einen Migrationshintergrund (3,7 Prozent). Insgesamt wurden 27 Linken-Abgeordnete gewählt.

          Nur knapp sechs Prozent im Bundestag

          Auch bei der CDU befindet sich eine Abgeordnete mit Migrationshintergrund (3,2 Prozent), hieß es. Gewählt wurden 31 Abgeordnete der Christdemokraten. Bei der FDP habe keiner der zwölf künftigen Parlamentarier einen Migrationshintergrund. Bei der AfD hat ein Parlamentarier ausländische Wurzeln (vier Prozent), erklärte der Mediendienst Integration weiter. Insgesamt wurden 25 AfD-Abgeordnete gewählt.

          Im 2013 gewählten Bundestag befinden sich 35 Parlamentarier mit eigener Migrationserfahrung oder mindestens einem Elternteil, der eingewandert ist. Im Verhältnis zu den insgesamt 630 Sitzen im Parlament stammen somit 5,6 Prozent der Abgeordneten aus Einwandererfamilien. In der gesamten Bevölkerung liegt ihr Anteil mehr als dreimal so hoch, bei rund 19 Prozent.

          In der Sozialforschung gibt es die Erkenntnis, dass soziale und ethnische Repräsentation zu stärkerer Teilhabe am politischen System oder in den Medien führt. So belegen Studien, dass mehr Polizisten mit Migrationshintergrund zu höherer Akzeptanz führen; Lehrer, die selbst Einwanderer sind, können Vorbilder für Schüler sein.

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