Kay Nerstheimer :
Berliner AfD-Fraktion gründet sich ohne umstrittenen Abgeordneten

Lesezeit: 1 Min.
Kay Nerstheimer habe schriftlich auf seinen Platz verzichtet und werde als fraktionsloser Abgeordneter ins Parlament gehen.
Die Berliner Fraktion der AfD hat sich ohne den umstrittenen Direktkandidaten Kay Nerstheimer konstituiert. Ihm droht der Parteiausschluss.

Drei Tage nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat sich die AfD Fraktion konstituiert – ohne den umstrittenen Direktkandidaten Kay Nerstheimer. Der Lichtenberger Abgeordnete habe schriftlich auf seinen Platz verzichtet, erklärte der Vize-Landesvorsitzende Hugh Bronson am Mittwochabend. Nerstheimer werde voraussichtlich als fraktionsloser Abgeordneter ins Parlament gehen. Er ist umstritten, weil er 2012 Mitglied der „German Defence League“ war, die als rechtsextremistisch und islamfeindlich gilt.

Zu einem möglichen Parteiausschlussverfahren gegen Nerstheimer machte Bronson keine Angaben. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ will sich der AfD-Bundesvorstand bei seiner nächsten Sitzung im Oktober mit dem Fall befassen. Vorstandsmitglied Alice Weidel sagte Äußerungen wie die von Nerstheimer schwächten die AfD. „Sollten wir derartiges Gedankengut in der Partei dulden, bekommen wir ein veritables Glaubwürdigkeitsproblem.“

Die AfD, die bei der Abgeordnetenhauswahl 14,2 Prozent der Stimmen erhielt, wählte ihren Landesvorsitzenden Georg Pazderski zum Chef der nun 24-köpfigen Fraktion. Stellvertreter wurden Kristin Brinker, Karsten Woldeit und Ronald Gläser; parlamentarischer Geschäftsführer Frank Hansel.