https://www.faz.net/-gpf-8lit5

Berlin : Deutlich höhere Wahlbeteiligung zeichnet sich ab

  • Aktualisiert am

Anstehen im Wahllokal: Bürgermeister Michael Müller und seine Frau Claudia Bild: Reuters

Gut ein Viertel der Wahlberechtigten haben in Berlin bis Sonntagmittag ihre Stimme abgegeben. Bei der Wahl 2011 waren es deutlich weniger.

          1 Min.

          Bei der Wahl des neuen Abgeordnetenhauses in Berlin zeichnet sich eine deutlich höhere Beteiligung ab als vor fünf Jahren. Bei sonnigem Spätsommerwetter gaben bis zum Sonntagmittag 12.00 Uhr 25,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie die Landeswahlleiterin mitteilte. Bei der Wahl 2011 waren es zu diesem Zeitpunkt erst 19,1 Prozent.

          Vor fünf Jahren hatte die Wahlbeteiligung insgesamt bei 60,2 Prozent gelegen. An diesem Sonntag waren rund zweieinhalb Millionen wahlberechtigte Berliner zu Stimmabgabe aufgerufen. Seit 8 Uhr früh sind die etwa 1780 Wahllokale geöffnet. Rund 21 Prozent der Wahlberechtigten hatten einen Briefwahlantrag gestellt. Das ist nach Angaben der Landeswahlleiterin die höchste Zahl, die je bei einer Wahl zum Abgeordnetenhaus erreicht wurde.

          Die SPD des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller lag in allen Umfragen vor der Wahl vorn, gefolgt von CDU, Grünen und Linkspartei. Eine Fortsetzung der bisherigen großen Koalition ist demnach unwahrscheinlich: Berlin steuert auf eine Dreierkoalition zu.

          Die AfD dürfte mit einem voraussichtlich zweistelligen Ergebnis erstmals ins Abgeordnetenhaus einziehen. Die FDP muss bangen, ob die erhoffte Rückkehr ins Parlament gelingt. Weil SPD, CDU und Grünen Stimmenverluste drohen, braucht es für eine Regierungsmehrheit künftig voraussichtlich drei Parteien. Müller sprach sich für diesen Fall für ein Bündnis mit Grünen und Linken aus.

          Dies wiederum will Berlins Innensenator Frank Henkel verhindern. Der CDU-Spitzenkandidat wirbt ebenso wie der FDP-Spitzenkandidat Sebastian Czaja um Stimmen gegen Rot-Rot-Grün. Kurz vor der Wahl waren in allen Umfragen viele Befragte noch unentschieden, ob und wen sie wählen würden. Angesichts der knappen Abstände zwischen den ersten fünf Parteien in den Umfragen sind Überraschungen möglich.

          Das gilt auch für die Wahl der zwölf Bezirksparlamente, die in Berlin Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) heißen. Die BVV wählen die Bezirksbürgermeister und bestimmen vier weitere Stadträte, die in Berlins doppelter Verwaltungsstruktur erheblichen Einfluss haben. Insbesondere in den Randbezirken hat auch die AfD Aussichten auf Stadtratsposten.

          Weitere Themen

          Weitere Zeugen belasten Trump Video-Seite öffnen

          Impeachment-Untersuchung : Weitere Zeugen belasten Trump

          Jennifer Williams, Sicherheitsberaterin bei Vizepräsident Mike Pence und Army-Offizier Alexander Vindman standen bei der neusten Anhörung zur möglichen Amtsenthebung Donald Trumps im Zeugenstand – und auch ihre Schilderungen belasten den Präsidenten.

          Topmeldungen

          Der Verleger Holger Friedrich hat sich gleich in mehreren Punkten verrechnet.

          „Berliner Zeitung“ : Verleger Friedrich hat sich verspekuliert

          Stasi-Vorwürfe, Interessenkonflikt und nun auch noch eine Abfuhr des Berliner Senats. Für den IT-Millionär Holger Friedrich erweist sich sein Investment in den Berliner Verlag als echtes Problem. Sein Geschäftsmodell steht in Frage.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.