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Umfrage vor Wahl : Deutlicher Vorsprung für SPD in Berlin

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Fast die Hälfte der Berliner wusste bis zuletzt nicht, ob und wen sie wählen wollen. Bild: dpa

Wenige Tage vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin liegt die SPD in einer Umfrage klar vor CDU und Grünen. Auch in anderen Bundesländern sieht es für Sozialdemokraten gut aus.

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          Am Sonntag wird in Berlin das Abgeordnetenhaus neu gewählt und eine aktuelle Umfrage sieht die SPD deutlich vorn. Sie kommt laut Forsa auf 24 Prozent, dahinter liegen CDU und Grüne gleichauf bei 17 Prozent. Von den größeren Parteien konnte nur die AfD dazugewinnen. Die Meinungsforscher sehen die Rechtspopulisten bei 13 Prozent. Das entspricht – möglicherweise beflügelt vom Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern – einem Plus von drei Punkten verglichen mit einer Forsa-Umfrage Ende August. Andere Umfragen sehen die AfD allerdings schon länger bei bis zu 15 Prozent.

          Die rot-schwarze Landesregierung dürfte der Umfrage zufolge ihre Mehrheit verlieren, schließlich kommen die beiden Parteien gemeinsam nur auf 41 Prozent. Bei den Abgeordnetenhauswahlen 2011 hatte die SPD noch ein Ergebnis von 28,3 Prozent erzielt, die CDU lag damals bei 23,3 Prozent.

          Die Linken liegen bei 15 Prozent. Chancen auf einen Einzug ins Parlament hat auch die FDP mit 5 Prozent. Am wahrscheinlichsten gilt daher eine Koalition aus SPD, Grünen und Linken, die laut Umfrage auf eine Mehrheit von 56 Prozent käme. Fast die Hälfte der etwa 2,5 Millionen Wahlberechtigten in Berlin sei sich allerdings noch nicht völlig sicher, ob und welche Partei sie am Sonntag wählen will, heißt es.

          Neue Umfrageergebnisse gibt es auch für Nordrhein-Westfalen und Bayern. Acht Monate vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen steht die SPD auch dort in den Meinungsumfragen an der Spitze: Eine aktuelle Umfrage von YouGov im Auftrag von Sat.1 NRW sieht Hannelore Krafts Partei mit 34 Prozent vor der CDU. Diese käme auf 28 Prozent, wenn in Nordrhein-Westfalen am Sonntag gewählt würde. Die Afd wäre mit 11 Prozent drittstärkste Kraft, knapp vor den Grünen mit 10 Prozent. Die FDP käme auf 9 Prozent und auch die Linke könnte mit 5 Prozent in den nordrhein-westfälischen Landtag einziehen. Möglich wäre dann eine große Koalition unter Führung der SPD – oder ein Bündnis aus SPD, Linken und Grünen.

          Schlechte Umfragewerte „ein Berlin-Malus“

          Wenn die Bayern am Sonntag ihr Landesparlament wählen dürften, müsste die CSU um ihre absolute Mehrheit fürchten. Sie käme zwar noch auf 45 Prozent der Stimmen. Doch mit ihr zögen fünf weitere Parteien in das Landesparlament ein: SPD, Grüne, Freie Wähler, AfD und FDP. Sie kämen zusammen auf 49 Prozent. Die Freien Wähler und die FDP würden mit derzeit fünf Prozent aber nur knapp in den Landtag einziehen. Die SPD liegt in der Umfrage bei 18 Prozent, die Grünen kommen auf 12 Prozent, die AfD liegt bei 9 Prozent. In der Juli-Umfrage des Senders hatte die CSU noch 47 Prozent erreicht.

          CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer macht die Berliner Regierungspolitik für das Ergebnis der Umfrage verantwortlich, in den Zahlen zeige sich „ein Berlin-Malus“. Bei Umfragen zu politischen Sachfragen wie Flüchtlingspolitik, Steuern oder Rente habe die CSU die überwältigende Unterstützung der Bevölkerung, so Scheuer. „Deswegen werden wir in Berlin längst überfällige Entscheidungen der Vernunft einfordern.“

          Auch SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher reagierte auf die Umfrage: „Die Pöbeleien der CSU gegen die Bundesregierung, der sie selbst angehört, zeigen Wirkung.“ Die CSU sei ihre absolute Mehrheit los, die AfD gewinne hinzu. „Es wird höchste Zeit, dass die arrogante CSU-Allein-Krawallherrschaft in Bayern beendet und durch eine vernünftige Kooperation der Parteien ersetzt wird.“

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