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Schwarz-Grün in Bayern : Die grüne Südschiene

Die Grünen sind in Bayern auf dem Vormarsch. Bild: dpa

Hätte die CSU früher nach Baden-Württemberg geschaut, sie hätte dort einiges über den Aufstieg der Grünen lernen können. Doch die Lust auf eine mögliche schwarz-grüne Koalition hält sich sehr in Grenzen.

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          Aus Sicht der CSU gab es für den Erfolg der Grünen im Nachbarland Baden-Württemberg lange Zeit nur eine Ursache: die Schwäche der CDU. Horst Seehofers Bemerkung aus dem Jahr 2013, in Stuttgart seien eigentlich nur „Loser“ am Werk, hallt dort bis heute nach. Gemeint waren der damalige CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Hauk und der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl. Mittlerweile ist die CSU kleinlauter geworden: Die bayerischen Grünen stehen in den Umfragen bei 18 Prozent. Das sind zwar nicht die 30, die Winfried Kretschmann 2016 in der baden-württembergischen Landtagswahl erreichte, aber es genügte, dass der grüne Spitzenkandidat Ludwig Hartmann und nicht etwa Natascha Kohnen von der SPD im Fernsehduell gegen Ministerpräsident Markus Söder antreten konnte.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Hätte die CSU früher nach Baden-Württemberg geschaut, sie hätte dort einiges über den Aufstieg der Grünen lernen können. Denn es gibt Gemeinsamkeiten in der Struktur der beiden Landesverbände sowie in der Art ihres Aufstiegs. Nachdem die Grünen 1980 mit 5,3 Prozent in den Stuttgarter Landtag eingezogen waren, lernten sie schnell, dass eine Grundlage politischen Gestaltens eine florierende Wirtschaft und gute Steuereinnahmen sind. Früher als andere Grüne interessierten sie sich für Wirtschafts- und Finanzpolitik. Regelmäßig besuchten sie die großen und auch mittelständischen Firmen. Winfried Kretschmann, einst Fraktionsvorsitzender und nun seit sieben Jahren Ministerpräsident, begann in den neunziger Jahren damit, in der Opposition einen eigenen Haushalt aufzustellen.

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