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Wahl in Bayern : Leerfahrt des Sonnenkönigs

Im Wahlkampfbus von Christian Ude, dem SPD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Bayern Bild: Irl, Maria

Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude ist in Bayern bekannt und beliebt. Doch der Ude-Effekt ist im Landtagswahlkampf nicht eingetreten. Jedenfalls nicht so, wie erwünscht.

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          Zur Sicherheit schärft Christian Ude es sich noch einmal selbst ein: „An der Ilm.“ So heißt der Fluss, an dem das Städtchen Pfaffenhofen liegt. Nicht an der Isar. Nicht am Inn. An der Ilm. Wie wichtig das ist, weiß der Spitzenkandidat der Bayern-SPD, seit er das bayerische Fichtelgebirge mit dem sächsischen Erzgebirge verwechselt und Aschaffenburg aus Unterfranken nach Oberfranken verlegt hat. Danach wurde über dem Münchner Oberbürgermeister Kübel für Kübel der Spott ausgekippt. Ein Landesvater in spe, der nicht weiß, wo die Ländereien liegen, die er künftig regieren will?

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Ude ist durch mit dem Wikipedia-Artikel zu Pfaffenhofen an der Ilm und somit bestens präpariert für seinen Auftritt. Noch ist es fünf Minuten zu früh, um mit dem Bus auf dem Marktplatz vorzufahren. „Wir kreisen“, berichtet Udes Adlatus. Der Spitzenkandidat kann also noch auf ein vermeintliches Versäumnis im Eintrag über Pfaffenhofen an der Ilm aufmerksam machen. Zu dessen berühmtesten Söhnen gehöre doch wohl zweifellos auch Georg Kronawitter, mäkelt Ude und nutzt die Gelegenheit, einen heiteren Schwank über Hans-Jochen Vogel einzuflechten.

          Von München über Kronawitter nach Pfaffenhofen

          Vogel, aber das bedarf in Udes Umgebung keinerlei Erläuterung, war der Vorgänger Kronawitters als Münchner Oberbürgermeister. Und Kronawitter stand an der Spitze der Landeshauptstadt, bis 1993 Ude das Amt übernahm. Ude ist ein Kulturmensch. Sein Witz kann sprühend sein; der Sohn eines Münchner Kulturredakteurs hat ihn über Jahrzehnte in den Schwabinger Cafés schärfen können. Ude ist keiner, der unbeholfen wie mancher Präsidentschaftskandidat in Amerika durch die internationale Geographie stolpert, weil er schlicht keinen Schimmer davon hat, dass es sich bei Slowenien und der Slowakei um zwei verschiedene Länder handeln könnte.

          Nur muss man sich auf Udes innerer Bayern-Karte München in einer ähnlichen Lage vorstellen wie in Frankreich die Metropole Paris. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen für Udes Zugang zum Land, etwa zu Pfaffenhofen an der Ilm. Räumlich ist der Zugang für Ude die A9, die von München nach Norden führt, geistig sind es die Erzählungen seines Vorgängers in der Landeshauptstadt. Von München über den alten Kronawitter nach Pfaffenhofen. Und das ist auch der Grund, warum die für Verwechslungen von Ober- und Unterfranken, von Fichtel- und Erzgebirge keine peripheren Angelegenheiten sind, sondern brandgefährlich für Udes Spitzenkandidatur.

          Der Blumenkavalier: Ude in Pfaffenhofen an der Ilm, nicht an der Isar

          Der Bus fährt ein auf den langgestreckten, von steinernen Häusern umsäumten Marktplatz. Die Blaskapelle spielt; Ude lobt „die Ausgewogenheit der Geschlechter“ unter den Musikern. Der Bürgermeister, auch er von der SPD, berichtet, dass Pfaffenhofen als „lebenswerteste Kleinstadt der Welt“ ausgezeichnet worden ist. „Das ist doch das reizvolle - dass es eine überschaubare Welt ist“, sagt Ude über Pfaffenhofen. Und Ude sagt, es sei eine „plumpe Irreführung“ zu behaupten, er würde sich als Ministerpräsident immer nur für die Landeshauptstadt München einsetzen. Immer mehr Leute bleiben stehen und hören zu. Das Ergebnis wird allerdings durch den Ausschank von Freibier verzerrt.

          Der folgende Rote-Blumen-Test ist repräsentativer. Es hat schon SPD-Spitzenkandidaten in Bayern gegeben, die daran gescheitert wären. „Hallo, die Damen“, sagt Ude und überreicht eine Gerbera. Auch ein kleines Mädchen bekommt von dem Blumenkavalier ein Exemplar überreicht. „Das Kriterium ist Dame, nicht Alter“, sagt der Jurist Ude. Auf dem Marktplatz von Pfaffenhofen an der Ilm werden die Stärken von Udes Kandidatur deutlich. Bayerische SPD-Politiker wie den Landesvorsitzenden Florian Pronold würde in Pfaffenhofen vermutlich kaum jemand erkennen.

          Von einem Machtwechsel weit entfernt

          Aber nach zwanzig Amtsjahren als Münchner Oberbürgermeister weiß so gut wie jeder in Bayern, wer Christian Ude ist, dass München unter seiner Führung gut dasteht und dass der Mann sich keine Skandale geleistet hat. Aus der Hand von Ude darf man eine Blume annehmen. Nur, wie passt das zu den dürren 20 Prozent, die der bayerischen SPD nach den Umfragen bei der Landtagswahl am Sonntag bevorstehen? Von einem Machtwechsel scheint die SPD weit entfernt, zumal der eine mögliche Koalitionspartner, die Grünen, in ihrem Sinkflug mittlerweile bei zehn Prozent angekommen sind.

          Und die Freien Wähler, von denen auch niemand so recht weiß, ob sie bei den Roten und den Grünen überhaupt mitmachen wollen, stagnieren bei acht Prozent. Selbst wenn die Freien Wähler sich beteiligten, würde das nach derzeitigem Stand nicht zu einer Mehrheit reichen. Die drei zusammen hätten 38 Prozent, die CSU allein kommt auf 47 bis 48 Prozent. Die SPD-Mitarbeiter verbreiten dennoch unverdrossen Zuversicht. Nichts sei entschieden, ein Swing von vier Prozent reiche schon. Zudem habe die CSU ein Mobilisierungsdefizit, und überhaupt, wer traue denn noch Umfragen.

          „Skandale kann man abwählen“

          Wenn man die positiven Reaktionen der Bürger auf dem Marktplatz von Pfaffenhofen erlebt, könnte man in der Tat ins Zweifeln kommen. Aber es gibt keinen Grund, an den Umfragen zu zweifeln, und Ude weiß das. All die Affären, die Verwandten-Affäre, die Mollath-Affäre, die Modellauto-Affäre - die Bayern nehmen der CSU einfach nichts richtig krumm. Ude erklärt sich das mit dem Stammescharakter. „Die Bayern sind keine aufrührerischen Typen, die von der Weltrevolution träumen. Wenn die eine Revolution machen, dann nur, damit sie hinterher ihre Ruhe wiederhaben.“ Wie weit die Nachsicht der Bayern bei Skandalen gehe, das habe er schon bei der Spiegel-Affäre beobachtet - „befremdlich“ fand er das. In seinen Reden spricht Ude das inzwischen offen an.

          Der Satz „Skandale kann man abwählen, aber man muss es auch tun“ gehört zum festen Repertoire seiner Auftritte. Die weitere Fahrt mit dem großen Wahlkampfbus der SPD ist eine Reise zu weiteren Gründen, warum der nächste Ministerpräsident des Freistaats Bayern höchstwahrscheinlich nicht Christian Ude heißen wird. Außen auf dem Bus ist der Spitzenkandidat überlebensgroß aufgebracht. Seinen Kopf sieht man seitenverkehrt auch von innen. Durch die Scheibe lächelt er leeren Stuhlreihen zu. Inklusive Fahrer, Journalisten, Sicherheitspersonal und Wahlkampfhelfern sind nicht einmal ein Dutzend Passagiere an Bord.

          Immer präsent sein, immer auf Leute zugehen, immer unter Beobachtung: Gegen die Strapazen des Wahlkampfs panzert sich Christian Ude mit Humor

          Ude macht aus seiner Frustration über den mangelnden Einsatz in der Bayern-SPD keinen Hehl. Die Spitze des Landesverbands und seine SPD-Bürgermeisterkollegen spart er von seiner Kritik aus. „Aber unter den Funktionären befleißigen sich einige einer bemerkenswerten Zurückhaltung“, sagt Ude. „Was, der Bundestagsabgeordnete ist in Urlaub?“, habe er sich nicht selten gewundert, wenn er wieder eine Veranstaltung irgendwo draußen hatte. Die Bayern-SPD ist das Verlieren gewohnt. Bei der vergangenen Wahl 2008 erhielt sie 18,6 Prozent.

          Ude hat sich immer ferngehalten von dieser Truppe. Der Sonnenkönig der Landeshauptstadt, den die Münchener das letzte Mal mit 66,8 Prozent wiedergewählt haben, wollte nie hinabsteigen in die Niederungen des Landesverbandes. Über Jahre ließ Ude, der seine Zugehörigkeit zur SPD schon fast zu verstecken schien, die Anfragen und Bitten seiner Genossen an sich abtropfen und engagierte sich auch nicht sonderlich für die Wahlkämpfe seiner Partei. Aber nachdem in Baden-Württemberg Winfried Kretschmann Ministerpräsident geworden war, erklärte sich Ude im August 2011 dann doch bereit zur Spitzenkandidatur.

          Viele Überlegungen und Mutmaßungen wurden seitdem angestellt. Er tue das, weil die CSU einen Moment der Schwäche erlebe und sich eine einmalige Chance ergeben habe, sagten die einen. Eitelkeit, sagten die anderen; Ude sei trotz seiner Feinsinnigkeit und seines Sinns für das richtige Maß ein Mensch, der nicht von der Macht lassen kann. 2014 muss der mittlerweile 65 Jahre alte Ude das Amt des Oberbürgermeisters aufgrund einer Regelung des Kommunalwahlrechts aus Altersgründen abgeben.

          Dinge auf den Punkt bringen, das kann er

          Die Bayern-SPD hatte jedenfalls auf einen Ude-Effekt gehofft. 25 Prozent lautete das damals bescheiden anmutende Ziel. Zusammen mit starken Grünen und willigen Freien Wählern hätte das gereicht zur Ablösung der CSU. Doch statt eines Ude-Effekts auf die SPD gab es einen SPD-Effekt auf Ude. Die roten Teppiche, die man ihm zu Ehren in München ausrollte, waren plötzlich passé. Das Geläuf war fortan weniger komfortabel. Auch die Medien fassten ihn nun härter an. Ude, der einst selbst Zeitungsredakteur gewesen war, hat sich des öfteren darüber beschwert.

          In München hatte er sich daran gewöhnt, als gemütlicher, beim Radlfahren vergnügt in sich hineinschmunzelnder Schnauzbartträger dargestellt zu werden, bildlich wie textlich. Und nun, im Landtagswahlkampf, wurden ihm Sachen wie mit Aschaffenburg und dem Fichtelgebirge nachgetragen. Der Wahlkampfbus fährt weiter nach Ingolstadt, in die Heimat Horst Seehofers. Es ist die dritte Veranstaltung heute. Gestern war es spät geworden; endlich gibt es etwas zu essen. Ude steht vor einem Dilemma. „Wenn man nix isst, bleibt man hungrig - wenn man was isst, wird man noch müder.“ Dinge auf den Punkt bringen, das kann er. Ude entscheidet sich und legt sich in einem Nebenraum kurz hin, bevor es weitergeht.

          Eine wundersame Verwandlung

          Auf dem Rathausplatz warten einige Hundert Zuhörer, wieder ist der Empfang freundlich. Die Redezeit beträgt laut Plan eine Stunde. „Was, eine Stunde?“, fragt Ude. Also spricht Ude, eine Stunde lang. Sobald Christian Ude vor einem Mikrofon steht, vollzieht sich eine wundersame Verwandlung. Er, der Sprachmensch, der Bücher- und Kolumnenschreiber, der Kabarettist, wird zur Parodie seiner selbst. Christian Ude, gesprochen von Christian Ude. Eben noch hat er unverstellt gesprochen, nun reiht er in kühnem Stakkato überbetonte Silben aneinander.

          Im Ude-Sound spricht Ude also zum Mindestlohn, zu den Vorzügen der Energiewende und zur Mietpreisbremse auch für Neuvermietungen, die er als Mieteranwalt schon in den achtziger Jahren gefordert habe. Dafür erhält er freundlichen Applaus. Aber Wechselstimmung vermag der Redner Christian Ude nicht zu entfachen.

          Ude muss als SPD-Spitzenkandidat im Land gegen etwas kämpfen, von dem er als Oberbürgermeister 20 Jahre lang profitiert hat: die Stärke Bayerns. Bei den Arbeitsplätzen, in der Bildung, beim Haushalt - der Freistaat ist überall top. „Der Beschäftigungsmarkt in Bayern ist sehr gut“, die Wirtschaftsdaten seien „unbestritten sehr positiv“, gesteht Ude freimütig zu. Aber das liege doch nicht an der CSU. Es sei eine „alberne Vorstellung, durch die SPD wäre der Wohlstand gefährdet“.

          „Die Landschaft hat der Herrgott gemacht, nicht die CSU“

          Das seit Jahrzehnten von der SPD regierte München sei das beste Beispiel dafür, dass dem nicht so ist. Eigentlich verhalte es sich so wie mit der schönen Landschaft in Bayern. „Die hat der Herrgott gemacht, nicht die CSU.“ Es ist die Mühe des Sisyphos. Die CSU hat sich so fest an Bayern drangeleimt, das löst auch ein Ude nicht. Zumal die Schwarzen auch die gerisseneren Wahlkämpfer sind als die Roten. Kurz vor der Wahl haben sie den Streit über die Pkw-Maut noch einmal angefacht, um den Wählern den Eindruck zu vermitteln, Bayern und die CSU müssten jetzt wieder ganz fest zusammenhalten, damit sie gemeinsam gegen „Berlin“ und „Brüssel“ bestehen können.

          Merkels Nein zur Maut, das Ude für eine „schallende Ohrfeige“ für die CSU hält, ist aus dieser Perspektive nur weiteres Wasser auf Seehofers Mühlen. „Die Forderung ist tatsächlich populär“, das gibt auch Ude zu - zumal Seehofer immer genau nach der Ferienzeit damit ankomme, wenn jeder zweite Bayer mit Ingrimm auf das teure österreichische Pickerl auf seiner Windschutzscheibe schaut. 15 Minuten Redezeit investiert Ude in das Thema Pkw-Maut. In Seehofers Thema.

          Traum von einer Kandidaten-Gewerkschaft

          Es ist Abend geworden. Ude ist müde. Immer präsent sein, immer auf Leute zugehen, immer unter Beobachtung, seit Wochen. Gegen die Strapazen des Wahlkampfs panzert sich Ude mit Humor. Auf der Herfahrt hat er erzählt, er werde eine Gewerkschaft der Spitzenkandidaten gründen, die sich auf klassische gewerkschaftliche Forderungen wie menschenwürdige Rastzeiten und angemessene Verpflegung konzentriert.

          Zurück im Bus, noch einmal die Frage: Was treibt ihn an? Ude sagte nicht: Es ist mein Ehrgeiz. Er antwortet, was er sonst nicht tut, in Schablonen. „Die Chance, etwas für das Land zu tun“, „dass eine Alternative da ist“. Wenn es mit ihm nicht klappe, dann vielleicht das nächste Mal mit jemand anderem von der SPD, dem Fraktionsvorsitzenden Markus Rinderspacher oder der Generalsekretärin Natascha Kohnen vielleicht. Nur kennt die kaum jemand in Aschaffenburg, im Fichtelgebirge, in Pfaffenhofen an der Ilm.

          Der Wahlkampfbus wirft den Motor an. Wieder ist es beinahe eine Leerfahrt. Heute noch nach Nürnberg und morgen weiter, bis zum politischen Betriebsschluss.

          Bayerische Landtagswahlen von 1946 bis 2008

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