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Bayerns Ministerpräsident : Söder zeigt sich selbstkritisch

  • -Aktualisiert am

Der Ministerpräsident von Bayern, Markus Söder (CSU), nimmt im September an einer Pressekonferenz teil. Bild: dpa

Kurz vor der Landtagswahl gibt Markus Söder zu, dass die „Rolle des Landesvaters nicht so einfach“ sei. Von einer möglichen Koalitionsoption nimmt der bayerische Ministerpräsident noch einmal Abstand.

          Kurz vor der Landtagswahl hat sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) selbstkritisch mit seinem bisherigen politischen Führungsstil auseinandergesetzt. Er gebe zu, „die Rolle des Landesvaters nach sechs Monaten ist noch nicht so einfach“, sagte er am Freitag dem Sender n-tv. „Selbst eine normale Vaterschaft braucht neun Monate. Also werbe ich einfach um die Zukunft und die Chance, das Land weiterführen zu können.“ Söder hob hervor, dass er inhaltlich mit der Arbeit von sich und seiner Regierung sehr zufrieden sei.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Die CSU, die sich am Freitagabend zur Abschlusskundgebung mit Söder, dem CSU-Vorsitzenden und Bundesinnenminister Horst Seehofer sowie dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz im Münchner Löwenbräukeller traf, muss am Sonntag mit dem Verlust der absoluten Mehrheit rechnen, möglicherweise muss sie sich sogar mehrere Koalitionspartner suchen. Sogar eine Regierung gegen die CSU könnte möglich werden, auch ohne Beteiligung der AfD.

          Söder: Programm der Grünen nicht koalitionsfähig

          Demoskopen sahen die Christlich-Sozialen zuletzt bei Werten zwischen 33 und 35 Prozent, die SPD zwischen zehn und zwölf. Das stabilste Bündnis bei einem Verlust der absoluten CSU-Mehrheit wäre eines mit den Grünen, die zuletzt nahe an 20 Prozent waren. Aber auch die Freien Wähler, die um die zehn Prozent standen, und die FDP, die um den Einzug in den Landtag bangen muss, stünden gegebenenfalls als Koalitionspartner bereit.

          Mit der AfD, die zuletzt auf zehn Prozent kam, will niemand koalieren. Söder äußerte sich im Löwenbräukeller noch einmal skeptisch hinsichtlich Schwarz-Grün: Die Grünen stünden „für eine ideologische Verbotskultur“. Ihr jetziges Programm sei “nicht koalitionsfähig“.

          Unterdessen sagte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), dass die Wahl in Bayern wohl ein Ergebnis haben werde, das „in allen Parteien entsprechende Diskussionen und Erschütterungen mit sich bringen“ werde. „Danach wird es dann vermutlich auch Diskussionen geben“, sagte er dem SWR.

          Er hält die Position von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für geschwächt. „Sie ist nicht mehr so unbestritten, wie sie über drei Legislaturperioden oder über zweieinhalb Legislaturperioden gewesen ist.“ 

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