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Sondierung mit der CSU : Die Freien Wähler auf dem Catwalk

  • -Aktualisiert am

Freie Wähler auf dem Weg zu Söder: Hubert Aiwanger (M.), die Europaabgeordnete Ulrike Müller (l.) und Thorsten Glauber Bild: EPA

Die Freien Wähler kommen guter Dinge aus dem Sondierungsgespräch mit der CSU. Aber auch mit den Grünen sprachen die Christsozialen lange. Aus CSU-Kreisen heißt es, die Abwägung sei schwieriger als gedacht – ist das nur Taktik?

          Mittwoch war in München Sondierungstag. Zum Team der CSU, das am Morgen dem Konferenzraum im Landtag zustrebte, gehörten neben Ministerpräsident Markus Söder und dem Parteivorsitzenden Horst Seehofer, CSU-Generalsekretär Markus Blume und Fraktionschef Thomas Kreuzer auch ein paar Landesminister, unter ihnen Finanzminister Albert Füracker. Der durfte nicht fehlen, wenn es um Gespräche mit den Freien Wählern geht, über die es noch bis vor Kurzem in der CSU hieß, sie wollten alles, vor allem von allem mehr.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Während Söder und Seehofer sich wortkarg gaben, erinnerte der Einmarsch der Freien Wähler – neben ihrem Chef Hubert Aiwanger gehörten die Europaabgeordnete Ulrike Müller, Generalsekretär Michael Piazolo, Abgeordnete und ein Landrat zum Sondierungsteam – ein wenig an einen Catwalk. Aiwanger wurde gefragt, ob er und seine Freien Wähler bereit seien, er antwortete: „Seit Jahren arbeiten wir darauf hin. Wir werden das schon hinkriegen.“

          Aiwanger will schnell mit Koalitionsverhandlungen beginnen

          Nach etwa drei Stunden Gesprächen verließen die Kombattanten den Raum, die gegenseitige Präferenz schien sich weitgehend bestätigt zu haben. Allerdings gab Söder sich deutlich vorsichtiger als Aiwanger, vermutlich, um sich nicht jetzt schon dem Vorwurf der Grünen auszusetzen, er habe mit ihnen im Anschluss nur zum Schein geredet. Söder sprach von einem „sehr konstruktiven und atmosphärisch sehr guten Gespräch“, einem „großen Maß an Übereinstimmung“, aber „auch viel Diskussionsbedarf“.

          Aiwanger ging steiler nach vorne: „Ich habe keine roten Linien erkennen können, die unüberwindbar wären“, sagte er. Es brauche zwar noch Gespräche, aber es gebe keine K.-o.-Kriterien. Er halte es daher für sinnvoll, schnell mit den Koalitionsverhandlungen zu beginnen. Aus seiner Sicht sei genug sondiert worden. Er sehe eine „funktionierende Partnerschaft auf uns zukommen“. Er glaube auch, dass Söder ahne oder wisse, wer der richtige Partner ist, er wolle ihm aber „nicht dreinreden“.

          Angespannte Mienen bei den Grünen

          Details der Gespräche wollte vor allem Söder nicht nennen. Anders als bei den Koalitionsverhandlungen im Bund werde man in Bayern keine „Balkonbilder“ produzieren und nicht ständig Zwischenergebnisse bekanntgeben. Mit Bezug auf die Raucher, die sich während der Verhandlungen in Berlin auf dem Balkon der Parlamentarischen Gesellschaft zeigten, übrigens auch CSU-Mitglieder, sagte Söder, es werde „nicht im Zigarillo-Modus gearbeitet“.

          Nachmittags waren die Grünen dran. Aiwanger hatte „viel Durchhaltevermögen mit den Kollegen aus Berlin“ gewünscht, heißt: mit dem Fraktionsvorsitzenden Anton Hofreiter sowie mit der Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, die beide zur Verstärkung nach München gereist waren. Der grüne Spitzenkandidat Ludwig Hartmann, der jahrelang auf den Eintritt in eine Regierung hingearbeitet und am Sonntag seinen Münchner Wahlkreis direkt gewonnen hatte, warb zu Beginn der Gespräche dafür, „das Beste aus beiden Welten zusammenzuführen“.

          Die Unterredung dauerte dann länger als gedacht. Der Durchbruch? Um fünf kamen die Grünen aus dem Saal, angespannte Mienen. 15 Minuten später sprachen beide Seiten von intensiven, konstruktiven und respektvollen Gesprächen. Aus CSU-Kreisen verlautete, die Abwägung sei schwieriger als gedacht. Das kann auch Taktik sein. Eine ursprünglich für Mittwochabend geplante Schalte des CSU-Präsidiums wurde auf Donnerstagvormittag verschoben. Grünen-Kreise äußerten Lob für die Offenheit der anderen. Hartmann sagte aber auch, es sei ein „sehr weiter Weg“. An diesem Donnerstag will die CSU mitteilen, wie es weitergeht.

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