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Nach dem Rededuell mit Ypsilanti : Koch laut Emnid-Umfrage der Sieger - FDP schließt „Ampel“ aus

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Laut Enmid-Umfrage hat er am Sonntag im Fernsehduell mehr Punkte gesammelt als... Bild: AP

Nach dem Fernsehduell zwischen Ministerpräsident Koch (CDU) und SPD-Spitzenkandidatin Ypsilanti haben sich beide Parteien jeweils zum Sieger erklärt. Die Union führt eine Emnid-Umfrage ins Felde. Derweil schließen die Liberalen ein Bündnis mit SPD und Grünen aus.

          Nach dem Fernsehduell im hessischen Landtagswahlkampf zwischen Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti haben sich beide Parteien jeweils zum Sieger erklärt. Die Union in Wiesbaden berief sich dabei am Montag auf eine von ihr selbst in Auftrag gegebene Umfrage des Instituts Emnid. Danach sahen 49 Prozent der knapp 600 befragten Zuschauer Koch als Sieger, 40 Prozent seine Herausforderin. SPD-Generalsekretär Norbert Schmitt erwiderte, dass Ypsilanti souverän aufgetreten sei und der Regierungschef wie ein Oppositionsführer argumentiert habe. Für den Politikwissenschaftler Karl Rudolf Korte gab es dagegen keinen Gewinner des Duells.

          Nach Angaben des Hessischen Rundfunks hr sahen am Sonntagabend im Schnitt 360.000 Zuschauer das 90-minütige Duell. Nach CDU-Angaben stuften die von Emnid Befragten Koch bei innerer Sicherheit und Wirtschaftspolitik kompetenter ein und beurteilten ihn auch als den besseren Vertreter hessischer Interessen. Nach der in Hessen besonders umstrittenen Bildungspolitik wurde allerdings nicht gefragt: „Mehr ging nicht“, sagte CDU-Generalsekretär Michael Boddenberg am Montag. 61 Prozent der Befragten glaubten, dass Ypsilanti ihre finanziellen Versprechen nicht einhalten werde.

          Beide „Generäle“: Unser Kandidat vorne

          Ypsilanti habe das Duell „klar für sich entschieden“, urteilte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil noch am Sonntagabend in Berlin. „Sie ist sachlich, souverän, sie hat kompetent argumentiert, so wie man es von einer künftigen Ministerpräsidentin erwarten kann. Und sie hat die besseren Argumente.“

          ...seine Herausforderin Andrea Ypsilanti

          Fast wortgleich erklärte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla in Berlin: „Ministerpräsident Roland Koch hat überzeugend mit Klarheit und Kompetenz gepunktet und das TV-Duell eindeutig für sich entschieden.“ Ypsilanti habe „erfolglos versucht, sich mit Unverbindlichkeit durchzuwinden“. Koch und Ypsilanti hatten sich am Sonntagabend in ihrem einzigen Fernsehduell einen weitgehend sachorientierten Schlagabtausch geliefert und ihre Positionen auf Feldern wie der inneren Sicherheit und der Bildungspolitik dargelegt (Koch und Ypsilanti im Rededuell: Wer war überzeugender?).

          „Es wird in Hessen keine Ampel geben“

          FDP-Generalsekretär Dirk Niebel hat derweil eine Ampel-Koalition mit SPD und Grünen in Hessen nach der Landtagswahl am kommenden Sonntag ausgeschlossen. „Eins will ich ganz klar sagen: Es wird in Hessen keine Ampel geben“, sagte Niebel am Montag dem Nachrichtensender n-tv. Die hessische SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti werde sich jederzeit - „wenn sie auch nur den Hauch einer rechnerischen Mehrheit hat“ - mit den Stimmen der Linken wählen lassen. „Die SPD hat hier schon lange ihre Unschuld verloren“, sagte Niebel unter Verweis auf andere Bundesländer.

          „Es geht also klar um die Frage: Mehrheit links der Mitte oder in der bürgerlichen Mitte der Gesellschaft. Und da hat ja der Wahlkampf gezeigt, dass es auch gut für den Ministerpräsidenten ist, wenn er ein liberales Kollektiv hat, damit die Politik nicht überkocht“, sagte Niebel offensichtlich in Anspielung auf den umstrittenen Wahlkampf des hessischen CDU-Regierungschefs Roland Koch mit dem Thema Jugendkriminalität.

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