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Wahlkampf in Pandemie-Zeiten : Wie soll man da bekannt werden?

Wenig Gespräche, vor allem Flyer einschmeißen: Sascha Wickert beim Wahlkampf in Braunweiler Bild: Frank Röth

Wahlkampf ohne Anfassen: Wer neu ins Parlament will, hat es in Zeiten der Pandemie besonders schwer. Reportage über zwei junge Politiker, die es trotzdem versuchen.

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          Endlich ist mal jemand zu sehen in Braunweiler. Eine Frau läuft den Gehsteig entlang. Als sie Sascha Wickert sieht, beschleunigt sie den Schritt, ruft ihm zu, sie habe es eilig. Andere bleiben im Auto in der Garage sitzen, bis er weg ist. Ein Mann lässt schließlich die Scheibe ein paar Zentimeter herunter. Wickert ruft durch den Spalt: Falls der Herr noch nicht wisse, wen er wählen solle, vor ihm stehe der Wahlkreiskandidat der CDU. Ob er ihm ein Fläschchen Desinfektionsmittel geben könne? „Haben wir schon genug“, sagt der Mann und fährt weiter.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Am 14. März sind in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg Landtagswahlen, aber Wahlkampf in Pandemiezeiten ist kein einfaches Geschäft. Es gibt kaum Kontakt mit Wählern, alle Großveranstaltungen sind abgesagt. Trotzdem versuchen die Parteien für sich zu werben. Wickert tritt in Rheinland-Pfalz für die CDU an. Sein Wahlkreis liegt westlich von Bad Kreuznach, in einer ländlich geprägten Gegend: im Osten Hügel mit Weinreben und properen Dörfern, im Westen dünner besiedelt und ärmer. Knapp 80.000 Menschen leben hier. Bisher haben sie immer mehrheitlich den SPD-Kandidaten gewählt, was es für Wickert noch schwerer macht.

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