https://www.faz.net/-gpf-a8582

Pavillon-Affäre : Zwölf Millionen Euro für ein Versehen

Kurz vor der Wahl steht Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut unter Rechtfertigungsdruck. Bild: dpa

Baden-Württembergs Wirtschaft wollte bei der Expo in Dubai glänzen, nun muss die Staatskasse dafür zahlen – weil das CDU-geführte Ministerium die Haftungsrisiken übersah.

          2 Min.

          Mindestens 12,2 Millionen Euro muss das Land Baden-Württemberg aufbringen, weil das CDU-geführte Wirtschaftsministerium rechtlich nachlässig handelte. Spitzenbeamte gingen fahrlässig Haftungsrisiken bei der Planung des Expo-Pavillons in Dubai ein. Ein eigentlich als sponsorenfinanziertes Projekt gedachtes Vorhaben muss das Land nun mit Mitteln aus der Staatskasse selbst ausführen. Das ist das Ergebnis des Landtags-Untersuchungsausschusses zu einem bemerkenswerten Vorgang im Haus von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), der es der Opposition – sechs Wochen vor der Landtagswahl – leicht macht, über den „CDU-Filz“ herzuziehen.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Die Vorgeschichte des Expo-Debakels reicht bis ins Jahr 2015 zurück. Damals entstand der Plan, vor allem der Bauwirtschaft ein Schaufenster im Wüstenstaat zu bauen, den der Hauptgeschäftsführer der Ingenieurkammer, Daniel Sander, bei Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) vorstellte. 2016 kam es zum Regierungswechsel, die grün-rote Koalition wurde durch eine grün-schwarze abgelöst.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Durch ein neues Missbrauchsgutachten schwer belastet: der damalige Papst, Benedikt XVI., am 17. Oktober 2005 im Petersdom im Vatikan

          Missbrauch im Erzbistum München : Die Lüge Benedikts

          Ein Gutachten über sexuellen Missbrauch im Erzbistum München belastet den emeritierten Papst. Fragen wirft vor allem ein Sitzungsprotokoll aus dem Jahr 1980 auf.