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Landtagswahl Baden-Württemberg : Wolf gerät nach Niederlage unter Druck

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Umstritten in der eigenen Partei: Der baden-württembergische CDU-Fraktionsvorsitzende Guido Wolf Bild: dpa

Die historische Niederlage der CDU bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist eng mit einer Person verbunden. Fraktionschef Wolf bekommt immer deutlicher die Folgen zu spüren. Aus seinen Plänen für eine Koalition ohne die Grünen wird nichts.

          Nach der Niederlage der CDU in Baden-Württemberg gerät der Spitzenkandidat, Fraktionschef Guido Wolf, in den eigenen Reihen zunehmend unter Druck. Der CDU-Spitzenkandidat sei „verbrannt“, sagte der Kreisverbandsvorsitzende des Neckar-Odenwalds, Ehrenfried Scheuermann, den „Stuttgarter Nachrichten“. „Da geht nichts mehr, deshalb muss er jetzt die Konsequenzen ziehen und zurücktreten.“

          Die Junge Union Nordbaden teilte mit: „Für die CDU im Land muss jetzt ein neues Zeitalter beginnen. Ein Neuanfang geht für die CDU Baden-Württemberg aber nur ohne Guido Wolf.“ Der Kritisierte denkt nicht an Rückzug. Wolf verwies am Samstag in Stuttgart darauf, dass er noch am Dienstag mit 81 Prozent Zustimmung als Fraktionsvorsitzender bestätigt worden sei.

          Bei der Landtagswahl am 13. März war die CDU in Baden-Württemberg erstmals seit Jahrzehnten nicht stärkste Partei geworden. Die CDU blieb deutlich hinter den Grünen unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann zurück. Nach den ersten Sondierungsgesprächen stehen die Zeichen im Land auf Grün-Schwarz.

          Die SPD erteilte der CDU am Samstag noch einmal eine definitive Absage an ein Regierungsbündnis aus Schwarz-Rot-Gelb. Nach einem gemeinsamen Gespräch sagte SPD-Landeschef Nils Schmid am Samstag in Stuttgart: „Die Menschen in Baden-Württemberg wollen Winfried Kretschmann als Ministerpräsidenten und nicht Herrn Wolf oder jemand anderes von der CDU.“ Schwarz-Rot-Gelb wäre die einzige Möglichkeit für CDU-Fraktionschef Wolf gewesen, noch Regierungschef zu werden.

          Neben Schwarz-Rot-Gelb ist auch eine Ampel aus Grünen, SPD und FDP keine Option mehr für die Regierungsbildung im Südwesten, da die FDP nicht mit der SPD zusammen regieren will. FDP-Landeschef Michael Theurer hatte aber am Freitag gesagt, für den Fall, dass Neuwahlen drohten, sei die Duldung einer grün-roten Minderheitsregierung eine Option.

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