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Die Grünen im Wahlkampf : Bloß nicht Verbotspartei sein

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, Anfang September in Berlin Bild: dpa

Die Episode um Anton Hofreiter und seine irreführend zitierten Aussagen „gegen Eigenheime“ zeigt: Im Superwahljahr müssen die Grünen mit Gegenwind rechnen. Dass sie gleichzeitig um Bürgerliche wie Klimaaktivisten werben, macht sie angreifbar.

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          Mit Verbotsdebatten haben die Grünen schlechte Erfahrungen gemacht. Die Forderung nach einem Veggie-Day in Kantinen kostete die Partei bei der Bundestagswahl 2013 viele Stimmen. Seither geben sie sich größte Mühe, nicht wieder in diesen Fettnapf zu treten. Als Dieter Janecek vor zwei Jahren anregte, jedem Bürger nur noch drei Hin- und Rückflüge in Form von Zertifikaten zu gestatten, war die Parteispitze verärgert. Auf die Entscheidung der französischen Regierung, Inlandsflüge künftig zu verbieten, reagierten die Berliner Grünen lieber mit Forderungen nach einer Bahnoffensive.

          Helene Bubrowski
          Politische Korrespondentin in Berlin.
          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Um den Vorwurf der Bevormundung loszuwerden, erzählt Parteichef Robert Habeck gern die Geschichte, dass er über 120 Kilometer in der Stunde auf der Autobahn fährt, beim Discounter einkauft und im Urlaub Dosenbier trinkt. Kein erhobener Zeigefinger mehr, in persönliche Lebensstilfragen wollen sich die Grünen nicht mehr einmischen. Die FDP soll nicht wieder behaupten können, die Grünen würden den Menschen ihr Schnitzel verbieten.

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