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Corona im Südwesten : Schnelltests für Lehrer und Erzieher

Eine Kindertagesstätte in Baden-Württemberg (Symbolbild) Bild: dpa

An Schulen und Kitas in Baden-Württemberg soll das Personal künftig Corona-Schnelltests bekommen. Doch die Landesregierung ist sich darüber uneinig, wie und in welchem Umfang getestet werden müsste.

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          In Baden-Württemberg sollen an Lehrer, Erzieher und Mitarbeiter von Kindertagesstätten künftig die gerade neu zugelassenen Corona-Schnell-Selbst-Tests verteilt werden. Damit will die grün-schwarze Landesregierung die Infektionsgefahr an Grundschulen und Kitas eindämmen, wenn diese möglicherweise Ende Februar schrittweise wieder geöffnet werden.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          In der Landesregierung ist aber umstritten, in welchem Umfang und wie das Testen organisiert werden kann. Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) will, dass sich nur Menschen mit corona-typischen Erkältungssymptomen zu Hause selbst testen können. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will flächendeckende Schnelltests und die Testung auf geschultes Personal an den Schulen oder Mitarbeiter der Kreisimpfzentren übertragen. Außerdem will Eisenmann auch asymptomatische Personen testen.

          Schnelltests können hochansteckende Infizierte mit hoher Viruslast erkennen, produzieren aber oft falsch-positive Tests, wenn die Inzidenz niedrig ist. Und bei asymptomatischen Testpersonen können die Schnelltests zudem bis zu 50 Prozent „falsch-negative Ergebnisse“ liefern. Außerdem muss nach einer positiven Selbst-Schnell-Testung sichergestellt werden, dass die Patienten einen PCR-Test zur Bestätigung machen.

          „Mein Vorschlag sieht vor, dass Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern sowie Kindern, die Schulen und Kindertagesstätten besuchen, kostenfrei für zu Hause eine Anzahl an Selbsttests vom Land zur Verfügung gestellt wird“, sagte Lucha. Kultusministerin Eisenmann drängt seit Ende Dezember auf eine Öffnung von Grundschulen und Kitas, unabhängig von Inzidenzen. Will sie diesem Ziel näher kommen, braucht sie eine Schnelltest-Strategie.

          Die Tübinger Notärztin Lisa Federle sagte: „Wir können die Schulen nicht den ganzen Sommer schließen, deshalb müssen wir die Asymptomatischen großflächig testen.“ Menschen mit Corona-Symptomen sollten keine Selbsttests einsetzen, sondern PCR-Tests machen. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) weicht vom Vorgehen Luchas ab. Er will an allen Kitas und zunächst für die Abschlussklassen auf Kosten der Stadt ein eigenes Schnell-Testsystem aufbauen.

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