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Kontroverse um Ansprache : Trump bringt weiteren Ort für Nominierungsrede ins Spiel

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Donald Trump stellt sich selbst gerne in die Tradition des 16. Präsident der Vereinigten Staaten, Abraham Lincoln. Bild: Reuters

Für die zentrale Wahlkampfrede kommen für Trump nur zwei Orte in Frage: Das Weiße Haus – das ist aber traditionell tabu für Wahlkampfauftritte – oder der Platz der historischen Bürgerkriegsschlacht von Gettysburg.

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          Amerikas Präsident Donald Trump hat in der Kontroverse um den Ort seiner Nominierungsrede nachgelegt: Trump kündigte am Montag an, er werde die zentrale Wahlkampfrede am 27. August entweder im Weißen Haus halten oder aber am Ort der historischen Bürgerkriegsschlacht von Gettysburg. Das seien im Auswahlprozess die letzten verbliebenen Alternativen, schrieb der Republikaner im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Wir werden die Entscheidung bald bekanntgeben!“

          Nominiert werden soll Trump bereits am 24. August, wie die Parteivorsitzende der Republikaner, Ronna McDaniel, dem Sender Fox News sagte. Trump hatte vergangene Woche mit der Ankündigung für Aufregung gesorgt, er könnte im Weißen Haus die Rede halten, mit der er Ende August die Nominierung seiner Republikanischen Partei für eine abermalige Präsidentschaftskandidatur annehmen wird. Das wäre ein Traditionsbruch: Für gewöhnlich sind Wahlkampfauftritte am Amtssitz des Präsidenten tabu.

          Ein symbolträchtiger Ort

          Trump hatte damit geworben, das Weiße Haus sei „vom Standpunkt der Sicherheit her das Einfachste“, außerdem die „preisgünstigste“ Variante. Ganz abgesehen davon biete das Weiße Haus einen „schönen Rahmen“. Der Vorschlag stieß selbst in der eigenen Partei auf erhebliche Bedenken. McDaniel entgegnete: „Wenn Joe Biden in seinem Keller leben kann, hat der Präsident jedes Recht, vor seinem Haus, dem Weißen Haus, zu sprechen.“

          Der nun ins Spiel gebrachte Ort der Schlacht von Gettysburg im Bundesstaat Pennsylvania zeigt einmal mehr Trumps Vorliebe für symbolgeladene Inszenierungen. Gettysburg im Bundesstaat Pennsylvania war 1863 Schauplatz einer der zentralen und blutigsten Schlachten im Amerikanischen Bürgerkrieg. Der Sieg der Truppen der Nordstaaten gegen die Südstaaten, die für einen Erhalt der Sklaverei kämpften, gilt als Wendepunkt in dem Bürgerkrieg.

          In Gettysburg hielt außerdem der damalige Präsident Abraham Lincoln 1863 eine der berühmtesten Reden der amerikanischen Geschichte, die sogenannte Gettysburg Address. Darin erinnerte Lincoln die zerrissene Nation an ihre gemeinsamen demokratischen Ideale und rief sie zur Einheit auf.

          Trump verlegte Rede wegen Corona-Auflagen örtlich

          Trump versucht immer wieder, sich in eine Linie mit Lincoln zu stellen. So gab er im Mai am Lincoln-Memorial in der amerikanischen Hauptstadt Washington ein Fernsehinterview und hielt im Juli eine Rede am weltberühmten Monument Mount Rushmore, in dem die Köpfe Lincolns und drei weiterer Präsidenten in Stein geschlagen wurden.

          Trump sorgte wiederholt mit der Aussage für Stirnrunzeln, mit der „möglichen“ Ausnahme Lincolns habe kein amerikanischer Präsident mehr für Afroamerikaner getan als er. Kritiker werfen ihm dagegen vor, regelmäßig mit rassistischen Äußerungen die Spannungen im Land anzuheizen. Zuletzt wandte sich Trump zudem entschieden gegen Überlegungen, nach Südstaaten-Generälen benannte Militärkasernen umzubenennen.

          Ursprünglich wollte Trump seine Nominierungsrede beim Republikaner-Parteitag in Charlotte im Bundesstaat North Carolina halten. Weil der dortige Gouverneur strikte Coronavirus-Auflagen durchsetzen wollte, verlegte Trump den Nominierungsteil des Parteitags kurzerhand nach Jacksonville im Bundesstaat Florida. Angesichts der dann dort rasant steigenden Infektionszahlen wurden die Pläne aber Ende Juli wieder gestrichen.

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