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Einmischung in die Wahl : Trump erledigt Putins Mission

  • -Aktualisiert am

Trumps Consigliere: Justizminister Barr spielt ein politisches Spiel Bild: dpa

Amerikas Justizminister spielt Moskaus Manipulationsversuche herunter. Lieber zeigt er auf China. Doch niemand schwächt Amerika mehr als der Präsident in Washington.

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          In einem CNN-Interview hat der amerikanische Justizminister Barr abermals vorgeführt, wie er sein Amt auffasst. Er tritt nicht als Hüter des Rechts auf, sondern als Consigliere des Präsidenten. Kaum ein Zuschauer wird also Barrs Behauptung für bare Münze nehmen, dass Chinas Versuche, Amerikas Wahlen zu manipulieren, ungleich übler seien als alles, was Russland „versuchen mag“.

          In Corona-Zeiten können Trumps Leute China gar nicht genug Vorwürfe machen, während Kritik an Russland weiterhin vermieden wird. Dabei sind natürlich alle Versuche fremder Mächte, amerikanische Wähler zu manipulieren, bedenklich. Laut einer Geheimdiensteinschätzung vom August versucht sich auch Iran daran.

          Bestätigt wurde darin freilich auch, dass Russland emsig daran arbeite, den demokratischen Kandidaten Biden zu verunglimpfen. Aus den Diensten hieß es inoffiziell, während Moskaus Wahlhilfe für Trump die Demokratie wie ein Tornado bedrohe, glichen Chinas Bemühungen eher dem Klimawandel: nicht akut, aber langfristig gefährlich.

          Für den bittersten Befund braucht man keine Geheimdienstquellen: Das Ziel, die Amerikaner zu entzweien, um die Supermacht zu schwächen – das erledigen die Amerikaner selbst. Zweifel am Ergebnis der Präsidentenwahl weckt der Amtsinhaber Tag für Tag. So viel Öl, wie Trump auf die Feuer in der amerikanischen Gesellschaft gießt, könnten Moskau und Peking selbst dann nicht heimlich nach Amerika pumpen, wenn sie sich zusammentäten.

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          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten.

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