https://www.faz.net/-gpf-a4fcm

„Achterbahn der Symptome“ : Melania Trump spricht über ihre Corona-Infektion

  • Aktualisiert am

Melania Trump Ende September in Cleveland Bild: dpa

Während der amerikanische Präsident die selbst erlebten Gefahren des Coronavirus herunterspielt, schlägt Melania Trump andere Töne an. Auch deren Sohn Barron hatte sich infiziert.

          2 Min.

          Fast zwei Wochen nach ihrer Corona-Diagnose hat First Lady Melania Trump bekanntgegeben, dass sich außer Präsident Donald Trump und ihr ebenso Sohn Barron mit dem Virus angesteckt hatte. Der 14-Jährige habe keine Symptome gezeigt und sei mittlerweile wieder negativ auf das Coronavirus getestet worden, erklärte Melania Trump am Mittwoch.

          Die 50 Jahre alte Frau blickte in ihrer Mitteilung auf ihre eigene Covid-19-Erkrankung zurück. „Ich hatte großes Glück, dass meine Diagnose mit minimalen Symptomen einherging, obwohl sie mich alle auf einmal trafen und es in den Tagen danach eine Achterbahn der Symptome zu sein schien.“ Sie sei mittlerweile negativ auf das Coronavirus getestet worden und werde demnächst wieder ihren Verpflichtungen nachkommen.

          Die Corona-Diagnose des amerikanischen Präsidenten hatte die Vereinigten Staaten wenige Wochen vor der Wahl am 3. November in eine beispiellose Unsicherheit gestürzt. Sein Krankheitsverlauf und insbesondere sein dreitägiger Klinikaufenthalt wurden mit ebenso großer Aufmerksamkeit wie seine Rückkehr in die Öffentlichkeit verfolgt. Die First Lady, die im Weißen Haus blieb, rückte derweil in den Hintergrund.

          Melania schlägt andere Töne an als ihr Mann

          Nach Sohn Barron schien niemand mehr zu fragen, nachdem Sprecherin Stephanie Grisham am 2. Oktober von einem negativen Testergebnis berichtet hatte. Dabei sollte es aber nicht bleiben. Melania Trump schrieb nun: „Wie so viele Eltern in den vergangenen Monaten konnte ich auch ich nicht anders als zu denken: „Was ist mit morgen oder übermorgen?“ Meine Befürchtung erfüllte sich, als er abermals getestet wurde und der Test positiv ausfiel. Zum Glück ist er ein starker Teenager und zeigte keine Symptome.“

          Trump hat insbesondere seit seiner Entlassung aus dem Krankenhaus am Montag vergangener Woche alle Gelegenheiten genutzt, um Stärke zu demonstrieren. Die Amerikaner rief er bei der Rückkehr ins Weiße Haus dazu auf, „keine Angst vor Covid“ zu haben und sich das Leben davon nicht bestimmen zu lassen. Er behauptete zudem, sich besser als vor 20 Jahren zu fühlen. Über die Infektion seines Sohnes sagte Trump am Mittwochabend vor Anhängern in Des Moines im Bundesstaat Iowa: „Er hatte es für so eine kurze Zeit. Ich denke nicht einmal, dass er wusste, dass er es hatte.“

          Archivbild vom August 2020: Sohn Barron mit Vater Donald und Mutter Melania
          Archivbild vom August 2020: Sohn Barron mit Vater Donald und Mutter Melania : Bild: AFP

          Während Trump vorgeworfen wird, die Gefahr durch das Virus herunterzuspielen und keine Empathie zu zeigen, schlug die First Lady andere Töne an und brachte ihr Mitgefühl mit anderen Betroffenen zum Ausdruck. „Wenn Sie krank sind oder wenn Sie einen geliebten Menschen haben, der krank ist, denke ich an Sie und werde jeden Tag an Sie denken“, schrieb Melania Trump.

          Die First Lady machte auch deutlich, dass es nicht selbstverständlich ist, so umsorgt zu werden wie die Familie des Präsidenten. Und sie führte aus, welche Symptome sie erlebte: „Ich hatte Körperschmerzen, Husten und Kopfschmerzen und habe mich die meiste Zeit extrem müde gefühlt.“ Sie habe in medizinischer Hinsicht einen „natürlicheren Weg“ gewählt und sich „mehr für Vitamine und gesundes Essen“ entschieden.

          Wie Melania die Zeit nutzte

          Ihr knapp 24 Jahre älterer Mann dürfte – wie viele andere Patienten – keine andere Wahl als eine aggressive Behandlung gehabt haben: Er war unter anderem mit dem antiviralen Medikament Remdesivir, Entzündungshemmern und einem experimentellen Antikörper-Cocktail behandelt worden. Die Therapie ließ vielen Experten zufolge, entgegen der Darstellung des Weißen Hauses, auf eine ernstere Erkrankung schließen.

          Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs steigt bei Corona mit dem Alter an. Weltweit wird an effektiven Behandlungsmethoden geforscht. Medikamente wie Remdesivir oder Dexamethason werden bei schweren Verläufen eingesetzt.

          Melania Trump schrieb, sie habe während ihrer Genesung die Gelegenheit gehabt, über viele Dinge nachzudenken – über ihre Familie, ihre Freunde und ihre Arbeit. Sie habe auch über die „Hunderttausenden Menschen“ nachgedacht, die im ganzen Land ebenfalls von der Krankheit betroffen seien. Tatsächlich sind in den Vereinigten Staaten fast 7,9 Millionen Ansteckungen nachgewiesen worden. Mehr als 216.000 Menschen starben bislang nach einer Infektion.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Terror in Nizza : Rausch des islamistischen Nihilismus

          Nach der Ermordung des Lehrers Samuel Paty durch einen Islamisten wurde die Stimmung aufgeheizt. Auch durch Boykottaufrufe gegen Frankreich in islamischen Ländern. Doch ein Pauschalverdacht gegen alle Muslime ist falsch.

          Der Papst und die Satire : Mit der Faust zuschlagen

          Der Muslimische Ältestenrat will das Magazin „Charlie Hebdo“ wegen der Mohammed-Karikaturen verklagen. Zeichnungen wie diese gefallen auch Papst Franziskus nicht. Da gibt es einen gefährlichen Schulterschluss.
          Die Parteizentrale der CDU in Berlin

          Streit über CDU-Parteitag : Tricksereien und spaltende Entgleisungen

          Die drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz müssen einen gemeinsamen Vorschlag für Wahlformat und Wahltermin vorlegen. Nur so wird der Sieger die Partei zusammenzuhalten können. Ein Gastbeitrag des Vorsitzenden der Jungen Union.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.