https://www.faz.net/-gpf-a18i7

Was Trump geheim hält : Der Profit des Präsidenten

  • -Aktualisiert am

Mag Geld und Gold: Trump im vorigen Dezember in seinem Resort Mar-a-Lago in Florida. Bild: AFP

Donald Trump ist der erste Präsident seit Richard Nixon, der seine Steuererklärungen nicht veröffentlicht. Brauchen seine Wähler heute noch solche Dokumente, um zu begreifen, an wen sie geraten sind?

          1 Min.

          Im Wahlkampf von 2016 hatte Donald Trump den Amerikanern Bedauern vorgespielt: Zu gern würde er seine Steuererklärungen offenlegen, beteuerte der Mann, der sich Multimilliardär nannte – schließlich hatten seit Jimmy Carter in den späten siebziger Jahren alle Präsidentschaftskandidaten auf diese Weise Transparenz geübt. Doch Trump gab vor, wegen einer Steuerprüfung sei ihm das leider unmöglich.

          Nach seinem Sieg bügelte er das Thema dann ab: Niemand in Amerika interessiere sich dafür, was er zuvor verdient und versteuert habe, befand er nun. Über mögliche Konflikte zwischen den Interessen des Unternehmers Trump und des Präsidenten Trump konnte seither nur spekuliert werden.

          Schweigegeld für eine Pornodarstellerin

          Im Wahljahr 2020 darf zwar als erwiesen gelten, dass Trump das nationale Interesse seinen persönlichen Anliegen immer wieder unterordnet. Die Ukraine-Affäre war nur ein eklatantes Beispiel; wer mehr braucht, lese das Buch des früheren Sicherheitsberaters John Bolton.

          Doch nach möglichen monetären Motiven für die oft erratisch wirkende Politik des Präsidenten werden dessen politische Gegner auch weiterhin nicht in den Unterlagen des Unternehmers Trump forschen dürfen. Das Oberste Gericht hat am Donnerstag klargemacht, dass den Ermittlungsrechten der Legislative Grenzen gesetzt sind. Den Demokraten im Repräsentantenhaus nützt es nichts, dass sie die Herausgabe der Unterlagen gar nicht von Trump, sondern von dessen Banken und Buchhaltern verlangt hatten.

          Der New Yorker Staatsanwalt Cyrus Vance scheint auf demselben Umweg bessere Erfolgsaussichten zu haben. Ihm bescheinigte das Oberste Gericht, dass die Präsidentenimmunität Trump nicht vor staatsanwaltlichen Ermittlungen schützt. So bekommt der Demokrat Vance im Wahljahr Rückenwind für seinen Versuch, Trumps mutmaßliche indirekte Schweigegeldzahlung an die Pornodarstellerin „Stormy Daniels“ aufzuklären.

          Doch Vance wird sich hüten, das Recht zu brechen und die Dokumente publik werden zu lassen. Die Wähler müssen auf eigene Faust entscheiden, ob sie Trump zutrauen, strikt zwischen Amt und Profit zu unterscheiden. Brauchen sie dafür die Steuererklärungen?

          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Bremst Corona die Fridays for Future Bewegung aus? Video-Seite öffnen

          Luisa Neubauer im Interview : Bremst Corona die Fridays for Future Bewegung aus?

          Inmitten steigender Corona-Zahlen geht „Fridays for Future“ nach langer Pandemie-Pause wieder auf die Straße. Warum die Entscheidung für die Streiks gefallen ist und was die die Klimabewegung aus der Corona-Krise mitnehmen will, erzählt die Klima-Aktivistin Luise Neubauer im Video. Das ganze Interview hören Sie im „F.A.Z. Podcast für Deutschland.“

          Topmeldungen

          Besucherinnen bei der Kampagnenveranstaltung Donald Trumps Mitte September in Phoenix.

          Wahlkampf in Amerika : Mein Latino, dein Latino

          Amerikas Demokraten haben im Wahlkampf Arizona, einst eine republikanische Bastion, im Visier. Der demographische Wandel ist auf ihrer Seite. Doch Donald Trump hält dagegen.
          Bas Dost traf für die Eintracht zum 2:0.

          3:1 bei Hertha BSC : Die starke Eintracht stürmt auf Platz eins

          Hertha BSC wollte den Schwung vom Auftaktsieg mitnehmen. Der Plan geht gewaltig nach hinten los. Frankfurt verliert zwar früh einen Spieler, nutzt aber die Torchancen – und steht vorerst an der Tabellenspitze.
          Pandemie in der Luft: Eine Flugbegleiterin auf einem Flug von Kairo nach Scharm al Scheich

          Reisewarnungen wegen Corona : Wie wird eine Region zum Risikogebiet?

          Das Auswärtige Amt tüftelt an den neuen Regeln für Reisen während der Corona-Pandemie. Einige Warnungen könnten wegfallen. Aber das ist kein Grund für allzu große Freude mit Blick auf Herbst- und Winterferien.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.