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Republikaner gegen Trump : Beschimpfungen aus der eigenen Partei

  • -Aktualisiert am

Donald Trump am Dienstag in Washington Bild: AP

Eine Million Amerikaner könnten an „Trumps Virus“ sterben, heißt es in einem neuen Video des „Lincoln Project“. Die abtrünnigen Republikaner versuchen mit drastischen Mitteln, Trumps Wiederwahl zu verhindern. Für ihn sind sie „Loser“.

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          Der erste Kuss, Spaß mit Freunden, eine Hochzeit – „Momente, die Covid uns genommen hat“, klagt das neue Wahlkampf-Video des „Lincoln Project“, unterlegt mit schönen Bildern und emotionaler Musik. Andere Länder hätten das Coronavirus gestoppt, aber Donald Trump, „ein Dummkopf, ein Lügner, ein Gescheiterter“, habe sich geweigert, das Richtige zu tun. Daher sei das „Virus nun Trumps Virus, und bevor es vorbei ist, könnten eine Million von uns sterben“, sagt die Sprecherin im Video. Drastischer lässt sich kaum Wahlkampf gegen den Präsidenten machen – und weil die Gruppe hinter den Clips Ende 2019 von Republikanern gegründet wurde, bekommen die Videos besonders viel Aufmerksamkeit. Immerhin ruft das Super-PAC (Political Action Committee) offen zur Wahl des demokratischen Kandidaten Joe Biden auf. Trumps Umfragewerte fielen in den vergangenen Wochen deutlich – im von „FiveThirtyEight“ ermittelten Durchschnitt liegt er zur Zeit bei 41,8, Biden bei 50,1 Prozent.

          Das „Lincoln Project“ erscheint manchen als Anzeichen für innerparteilichen Widerstand, der angesichts dieser Werte stärker werde – andere sehen vor allem eine Gruppe an den Rand gedrängter Politikberater ohne parlamentarischen Einfluss. Ihre Videos klicken Millionen Menschen an, und die Gruppe will Millionen Dollar für den Wahlkampf gegen Trump ausgeben, besonders in „Swing States“ wie Minnesota oder Pennsylvania. Hinter dem Super-PAC stehen unter anderem George Conway, der politisch abtrünnige Ehemann von Trump-Beraterin Kellyanne Conway, und Steve Schmidt, einst Berater des verstorbenen Senators und republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain.

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