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Trumps Frauenfeindlichkeit : Empörte Väter und Ehemänner

  • -Aktualisiert am

Geschwätz wie aus der Umkleide? Unternehmer Donald Trump mit Reporter Billy Bush im Jahr 2005. Bild: The Washington Post

Führende Republikaner äußern sich angeekelt über Trumps frauenfeindliche Ausfälle. Von einer Wahl des Kandidaten wollen aber die wenigsten abraten. Und es gibt sogar Großspender, die Trump weiter öffentlich unterstützen.

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          Der Name des republikanischen Präsidentschaftskandidaten kam Paul Ryan am Samstag nicht über die Lippen. Der „Speaker of the House“ sprach auf dem „Herbstfest“ der Republikaner in seinem Heimatstaat Wisconsin nur vom „Elefanten im Raum“ und einer „beunruhigenden Lage“. „Aber wir sind nicht hier, um darüber zu reden“, teilte Ryan sodann mit. „Denn was machen wir auf dem Herbstfest? Wir sprechen über Ideen!“ Eigentlich hatte Washingtons ranghöchster Republikaner zusammen mit Donald Trump auftreten sollen.

          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten.

          Doch kurz nachdem die Zeitung „Washington Post“ am Freitag ein Video aus dem Jahr 2005 veröffentlicht hatte, auf dem sich Trump in vulgärster Sprache dafür rühmt, wie er Frauen sexuell nötige, lud Ryan den Ehrengast aus. Trumps Worte über Frauen „widern mich an“, ließ Ryan wissen. Doch kein Wort verlor er darüber, wen die Amerikaner am 8. November zum Präsidenten wählen sollten. Damit gilt weiterhin Ryans Empfehlung für Trump.

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          Ryan war nicht der einzige, der seinen Ekel kundtat, ohne auf Anhieb politische Konsequenzen daraus ziehen zu wollen. Besonders beliebt war unter führenden Konservativen vor der zweiten Fernsehdebatte der Präsidentschaftskandidaten in der Nacht auf Montag die Redefigur, die der Mehrheitsführer im Senat benutzte: „Als Vater dreier Töchter bin ich der festen Überzeugung“, erklärte Mitch McConnell, „dass Trump sich direkt bei Frauen und Mädchen überall entschuldigen muss“. Als Vater, so hoffte McConnell wohl, müsse er sich nicht festlegen, was politisch aus dem Skandal folge. Seit der Veröffentlichung des Videos und weiterer geschmackloser Äußerungen von Trump über Frauen muss der Fraktionschef stärker als vorher befürchten, dass seine Republikaner im Senat wieder die vor zwei Jahren errungene Mehrheit einbüßen. Im ersten Schock nach der Veröffentlichung unkten manche Republikaner gar, sie könnten trotz ihrer strukturell viel besseren Ausgangssituation auch die Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren.

          Nur mit Jugendschutz-Warnung

          Der Mitschnitt, den amerikanische Medien nur mit Jugendschutz-Warnung ausstrahlen, dauert drei Minuten und sechs Sekunden. Trump fuhr 2005 mit dem Society-Reporter Billy Bush in einem Bus zu einem Gastauftritt in der Seifenoper „Days of our Lives“ an der Seite der Schauspielerin Arianne Zucker. Er trug ein Mikrofon am Sakko und sprach zunächst über die abwesende Nancy O’Dell, Bushs Ko-Moderatorin der Sendung „Access Hollywood“. Trump sagte: „Ich habe mich an sie herangemacht, aber ich bin gescheitert, ich gebe es zu. Ich habe versucht sie zu ficken. Sie war verheiratet.“ Er habe nichts unversucht gelassen, fuhr Trump fort, sei sogar mit ihr in Möbelgeschäfte gegangen. „Ich nahm sie ... ich habe mich an sie herangemacht wie eine Nutte“, erläutert Trump. Inzwischen habe diese Frau übrigens „große falsche Titten“.

          An dieser Stelle sahen der damals 59 Jahre alte Trump und der zustimmend kichernde Bush – ein Vetter des früheren Präsidenten George W. Bush – Arianne Zucker, die mit einem Kamerateam vor dem Studio auf den Bus wartete. Bush erklärte, diese sei „heiß wie Scheiß“, und Trump nahm Pfefferminzdragees: „Ich nehme lieber ein paar Tic Tacs nur für den Fall, dass ich sie küsse. Weißt du, ich bin automatisch hingezogen zu hübschen – ich fange einfach an, sie zu küssen. ... Ich warte gar nicht. Und wenn du ein Star bist, dann lassen sie es dich machen. Du kannst alles machen.“ Bewundernd warf Billy Bush ein „Was auch immer du willst...“ ein, und Trump bestätigte: „Sie bei der Pussy packen. Du kannst alles machen.“ Trumps dritte Ehefrau Melania war damals schwanger.

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